...hat meine Hütte! Als wir den Grundriß ausgemessen haben, bin ich über die Größe erschrocken. Als der Grundrahmen und die Terasse dann abgesteckt waren, war doch noch mher Grundstück übrig als gedacht. Als die Wände gestanden haben und ich die Räume erleben konnte, fühlte es sich kuschelig klein an. Heute habe ich "nur" die Nordwand gestrichen - die Hütte fühlt sich unendlich groß an!!! Maler sind herzlich willkommen!
Gestern habe ich ja die Grundierung aufgebracht und schon festgestellt, daß es an dem steilen Berg sehr schwierig ist, einen Platz für die Leiter zu finden. Heute bin ich schlauer geworden und habe mir eine kleine Plattform gebastelt, mit variablem Stützfuß. Die kann ich bei Bedarf versetzen und so der Leiter einen guten Stand geben. Ein Glück, daß die Jungs meinen Pfusch gestern nicht gesehen haben. So muss ich mich auch nicht schämen, als Mait mal um die Ecke schaut. Dennoch ist es sehr mühsam, die Plattform zu installieren, Leiter aufbauen und anpassen (man kann sie verstellen), hochkrakeln und dann soweit die Arme reichen zu sterichen. Den ganzen Tag auf der Leiter, das spüren die Füße! Dort wo die Leiter am Haus anliegt, bleibt natürlich ein Stückchen ungestrichen. Das kann ich zum Glück aber mit einer Besenstil-Verlängerung übermalen.
Die Jungs machen heute schon bald Feierabend - erstens ist Samstag und zweitens ist innen alles fertig. Ich denke, sie wollen am Stück arbeiten und das Dach schließen können, wenn sie das Haus wieder auspacken. Also kann ich ab ca. 14 Uhr ungestört herumtrödeln und mich blöd anstellen. Erst spät habe ich die obere Hälfte fertig gestrichen. Die untere Hälfte geht dafür zum Glück recht schnell. Immerhin ist es dann doch halb sieben, bis ich fertig bin. Am schlimmsten sind die Reinigungsarbeiten - die Farbe überall dort wieder wegzubekommen, wo sie sicher nicht hingehört - z.B. an Werkzeug, Leiter oder an Susanne. Ich seh aus wie ein Indianer...
Ich bin so kaputt heute abend, daß ich keine Lust auf kochen mehr habe. Also fahre ich zur Tanke, mit dem festen Vorsatz, mir einen Burger mit Allem zu gönnen (die kosten hier ca. 10 €!). Aber - die Küche ist schon geschlossen. Es gibt nur noch Würstchen und Kuchen.
Nebenher organisiere ich Wasser- und Abwasserrohre, suche schon mal nach einem Fahrradanhänger (damit ich nächstes Mal ohne Auto Wasser vom Brunnen holen kann) und gebe den Startschuß für den Elektriker. Die Ladung Ofenrohre muss ich morgen noch kontrollieren (auf norwegisch), da ist unklar, ob tatsächlich noch Teile fehlen oder nicht.
Zu Hause sitzen die Jungs in duftiger Weinlaune in der Küche. Ich bringe noch ein "Sonntagsbier" vorbei. Die Stimmung wird immer gelöster und Mait versucht zu erklären, warum er bezüglich meines Videos so hart reagiert hat. Er hat sich später gewundert, warum ich nicht gefilmt habe, als sie das Haus aufgestellt haben...? Na ja, jetzt ist es vorbei - Schnee von gestern. Schließlich können wir die Hütte ja nicht wieder abbauen und neu aufbauen, nur um zu filmen.
Samstag, 8. Juli 2017
Freitag, 7. Juli 2017
Halb Zehn - Feierabend!
Olav hat gemeldet, daß der Kamin in Harstad angekommen ist. Also werde ich ihn heute abholen. Das Paket könnte knapp in mein Auto reinpassen - eine Europalette paßt ja schließlich angeblich rein. Ich mach mir einen großen Einkaufszettel und melde Astrid, daß ich heute in Harstad anzutreffen bin. Vielleicht könnte ich mich ja mit Uwe treffen? Der hat mittags Feierabend.
Im ersten Baumarkt die viel zu teure Wasserleitung zurückgeben (habe im Internet eine günstigere Quelle gefunden). Im zweiten (Bau)markt wollte ich Fußbodenöl holen und bin stattdessen mit einenm Messerset herausgekommen. Im dritten Baumarkt verbringe ich den Rest des Vormittags. Sverre hat mir schon mal so nett gehofen, da geh ich doch gleich wieder hin. Ja, hier haben sie auch das Fußbodenöl. Eine Abflussrohraufhängung, die mir gestern sehr zu schaffen gemacht hat, weil sie nicht funktionierte, kann ich zurückgeben. Ja, sie ist defekt. Ich nehme aber keine neue mit, weil ich mir gestern aus Rolladengurt was gebastelt habe, das hält.
Ich bräuchte noch 'ne Menge Holz für die Verkleidung meines "Hochsitzes" und für das Terassengeländer. Einen Anhänger kann ich kostenlos ausleihen - und ja, es soll alles draufpassen. Bis ich alles beieinander habe dauert es Stunden, denn das Holz muss gefunden und hervorgekramt werden. Die Palette mit dem Ofenrohr würde reinpassen, wenn sie nicht so hoch beladen wäre. Also muß ich doch alles auspacken und einzeln in den Amarok verfrachten. Voll! Klappe zu! Ich wollte doch nur ein einfaches Ofenrohr mit eine Dächlein obendrauf! Und jetzt habe ich ein ganze Auto voll Ofenrohr? Bin gespannt, was das alles sein soll.
Das Holz - bis zu 6 m lang - wird mit dem Stapler auf den Anhänger gelegt; der geht dabei ganz schön in die Knie. Vorder- und Rückwand gibt es hier schon lange nicht mehr. Damit die Seitenwände nicht herunterklappen bindet der junge Mann sie mit einem dünnen Schnürchen zusammen. Für die Ladungssicherung bin ich selbst verantwortlich. Ich muss alle meine Spanngurte zusammensuchen, damit ich das Paket einigermaßen fest bekommen. Angehängt bekomme ich den schweren Anhänger grade noch so, aber das Sicherungsseil ist schon abgerissen und der elektrische Stecker paßt nicht zu meiner Dose. Der Adapter hängt in Evenes am anderen Hänger. Papiere bekomme ich auch keine. Wird schon gut gehen..... Die hinausragenden Bretter binde ich noch mit einem Gurt zusammen, denn die untersten Bretter hängen ganz schön weit herunter und schleifen fast auf der Straße. Hat allerdings nichts genützt, denn diesen Gurt habe ich anscheinend unterwegs dann verloren. Kevin schnauft ordentlich mit der Last, aber er ist stark! Kein Problem für ihn. Außerdem darf ich ja eh nicht schnell fahren.
Als ich Harstad kurz nach 12 Uhr verlasse, bekomme ich Nachricht von Uwe. Er hätte Zeit gehabt, aber meine Anfrage zu spät gelesen. Na, macht nix. Wir sehen uns noch!
Heute sind extrem viele Motorräder unterwegs, meist in großen Herden. Ob da irgendwo ein Treffen ist? Oder ist das nur der normale Sommerwahnsinn? Einen hat's erwischt - an der Abzweigung nach Evenskjer liegt ein Moped ziemlich demoliert im Graben. 3 Sankas stehen da - und natürlich jede Menge Polizei. Die regeln zum Glück nur den Verkehr und wollen von meiner Elektrik nichts wissen.
Ich komme heil in Evenes an und beginne gleich, den Hänger abzuladen. (Hab natürlich vergessen, ein Bild von der abenteuerlichen Fuhre zu machen.) Das ganze Holz ist schon ein Stück nach hinten gewandert, nach weiteren 100 km hätte ich es sicher verloren. Von Hand abladen - puh. Aber das ist ja gutes Training für alles, was noch vor mir liegt.
In der Hütte geht der Innenausbau voran. Das Dach über dem Schlafboden ist schon zum großen Teil verkleidet, die Dampfsperre ist eingebaut. Die Isolation kommt später von außen drauf. Die gesamte Trennwand für den Schlafboden ist entfallen, stattdessen hat Mait in aufwändiger Kleinarbeit aus den nicht benötigten Balken Stützen gebaut. Gefällt mir - so wollte ich es haben. Und Mait gefällt es auch! Tauno macht ein Telefonpäuschen auf dem Dachboden - so kann man es aushalten; und einen herrlichen Ausblick hat man auch dabei. Wir haben heute nämlich wieder strahlendes Wochenendwetter! Trocken!
Also, kann ich jetzt endlich mit streichen beginnen? Ja! Aber erst muss ich noch den Anhänger zurückbringen - 50 min nach Harstad, 50 min zurück. Da komme ich grade recht zum Feierabend. Die Jungs haben ja heute auch schon viel gearbeitet. Schichtwechsel - jetzt kann ich ja anfangen.
In meinem Briefkasten findet sich sogar das Lokalblättchen! Ich gehöre wohl schon dazu?
Und - habe ich schon erzählt, daß ich den Mautsender ausgebaut habe? Jetzt wird (hoffentlich) nichts mehr abgebucht. Die kassieren in Harstad an 2 Stellen, wenn man reinfährt und beim rausfahren wieder - also insgesamt 4 mal!!!
Ich beginne mit der Nordseite (Ost- und Westseite sind ja noch in Folie eingepackt). Aber oh je, der Teufel liegt im Detail. Hinter der Hütte haben wir ja steilen, schroffen Felsen, gemischt mit rutschigen Wasseradern. Eine Leiter kann man da gar nicht anstellen! Und jetzt? Die meiste Zeit verbringe ich damit, eine Unterkonstruktion für die Leiter zu basteln und diese bei jedem Versatz neu anzupassen. Hoffentlich rutscht nichst weg. Ein Glück, daß die Profis weg sind - die hätten sonst bestimmt was zu lachen oder zu meckern gehabt. Als die Sonne hinterm Svartberg verschwindet wird es kühl. Ich gebe Gas, damit ich die Wand heute noch fertig bekommen. Aber Zeit für einen kleinen Schwatz mit den Nachbarn Anneliese und Björn ist allemal. Sie sind beruhigt, daß die Hütte doch nicht ganz so hoch geworden ist, wie die Terasse befürchten ließ. Ragnar und Eva sind auch wieder da, aber wir haben uns nur kurz zugewunken. Vielleicht morgen....
Als ich um den Svartberg herumfahre und in die Bucht von Evenes schaue, blendet mich die Sonne!
Im ersten Baumarkt die viel zu teure Wasserleitung zurückgeben (habe im Internet eine günstigere Quelle gefunden). Im zweiten (Bau)markt wollte ich Fußbodenöl holen und bin stattdessen mit einenm Messerset herausgekommen. Im dritten Baumarkt verbringe ich den Rest des Vormittags. Sverre hat mir schon mal so nett gehofen, da geh ich doch gleich wieder hin. Ja, hier haben sie auch das Fußbodenöl. Eine Abflussrohraufhängung, die mir gestern sehr zu schaffen gemacht hat, weil sie nicht funktionierte, kann ich zurückgeben. Ja, sie ist defekt. Ich nehme aber keine neue mit, weil ich mir gestern aus Rolladengurt was gebastelt habe, das hält.
Ich bräuchte noch 'ne Menge Holz für die Verkleidung meines "Hochsitzes" und für das Terassengeländer. Einen Anhänger kann ich kostenlos ausleihen - und ja, es soll alles draufpassen. Bis ich alles beieinander habe dauert es Stunden, denn das Holz muss gefunden und hervorgekramt werden. Die Palette mit dem Ofenrohr würde reinpassen, wenn sie nicht so hoch beladen wäre. Also muß ich doch alles auspacken und einzeln in den Amarok verfrachten. Voll! Klappe zu! Ich wollte doch nur ein einfaches Ofenrohr mit eine Dächlein obendrauf! Und jetzt habe ich ein ganze Auto voll Ofenrohr? Bin gespannt, was das alles sein soll. Das Holz - bis zu 6 m lang - wird mit dem Stapler auf den Anhänger gelegt; der geht dabei ganz schön in die Knie. Vorder- und Rückwand gibt es hier schon lange nicht mehr. Damit die Seitenwände nicht herunterklappen bindet der junge Mann sie mit einem dünnen Schnürchen zusammen. Für die Ladungssicherung bin ich selbst verantwortlich. Ich muss alle meine Spanngurte zusammensuchen, damit ich das Paket einigermaßen fest bekommen. Angehängt bekomme ich den schweren Anhänger grade noch so, aber das Sicherungsseil ist schon abgerissen und der elektrische Stecker paßt nicht zu meiner Dose. Der Adapter hängt in Evenes am anderen Hänger. Papiere bekomme ich auch keine. Wird schon gut gehen..... Die hinausragenden Bretter binde ich noch mit einem Gurt zusammen, denn die untersten Bretter hängen ganz schön weit herunter und schleifen fast auf der Straße. Hat allerdings nichts genützt, denn diesen Gurt habe ich anscheinend unterwegs dann verloren. Kevin schnauft ordentlich mit der Last, aber er ist stark! Kein Problem für ihn. Außerdem darf ich ja eh nicht schnell fahren.
Als ich Harstad kurz nach 12 Uhr verlasse, bekomme ich Nachricht von Uwe. Er hätte Zeit gehabt, aber meine Anfrage zu spät gelesen. Na, macht nix. Wir sehen uns noch!
Heute sind extrem viele Motorräder unterwegs, meist in großen Herden. Ob da irgendwo ein Treffen ist? Oder ist das nur der normale Sommerwahnsinn? Einen hat's erwischt - an der Abzweigung nach Evenskjer liegt ein Moped ziemlich demoliert im Graben. 3 Sankas stehen da - und natürlich jede Menge Polizei. Die regeln zum Glück nur den Verkehr und wollen von meiner Elektrik nichts wissen.
Ich komme heil in Evenes an und beginne gleich, den Hänger abzuladen. (Hab natürlich vergessen, ein Bild von der abenteuerlichen Fuhre zu machen.) Das ganze Holz ist schon ein Stück nach hinten gewandert, nach weiteren 100 km hätte ich es sicher verloren. Von Hand abladen - puh. Aber das ist ja gutes Training für alles, was noch vor mir liegt.
In der Hütte geht der Innenausbau voran. Das Dach über dem Schlafboden ist schon zum großen Teil verkleidet, die Dampfsperre ist eingebaut. Die Isolation kommt später von außen drauf. Die gesamte Trennwand für den Schlafboden ist entfallen, stattdessen hat Mait in aufwändiger Kleinarbeit aus den nicht benötigten Balken Stützen gebaut. Gefällt mir - so wollte ich es haben. Und Mait gefällt es auch! Tauno macht ein Telefonpäuschen auf dem Dachboden - so kann man es aushalten; und einen herrlichen Ausblick hat man auch dabei. Wir haben heute nämlich wieder strahlendes Wochenendwetter! Trocken!
Also, kann ich jetzt endlich mit streichen beginnen? Ja! Aber erst muss ich noch den Anhänger zurückbringen - 50 min nach Harstad, 50 min zurück. Da komme ich grade recht zum Feierabend. Die Jungs haben ja heute auch schon viel gearbeitet. Schichtwechsel - jetzt kann ich ja anfangen.
In meinem Briefkasten findet sich sogar das Lokalblättchen! Ich gehöre wohl schon dazu?
Und - habe ich schon erzählt, daß ich den Mautsender ausgebaut habe? Jetzt wird (hoffentlich) nichts mehr abgebucht. Die kassieren in Harstad an 2 Stellen, wenn man reinfährt und beim rausfahren wieder - also insgesamt 4 mal!!!
Ich beginne mit der Nordseite (Ost- und Westseite sind ja noch in Folie eingepackt). Aber oh je, der Teufel liegt im Detail. Hinter der Hütte haben wir ja steilen, schroffen Felsen, gemischt mit rutschigen Wasseradern. Eine Leiter kann man da gar nicht anstellen! Und jetzt? Die meiste Zeit verbringe ich damit, eine Unterkonstruktion für die Leiter zu basteln und diese bei jedem Versatz neu anzupassen. Hoffentlich rutscht nichst weg. Ein Glück, daß die Profis weg sind - die hätten sonst bestimmt was zu lachen oder zu meckern gehabt. Als die Sonne hinterm Svartberg verschwindet wird es kühl. Ich gebe Gas, damit ich die Wand heute noch fertig bekommen. Aber Zeit für einen kleinen Schwatz mit den Nachbarn Anneliese und Björn ist allemal. Sie sind beruhigt, daß die Hütte doch nicht ganz so hoch geworden ist, wie die Terasse befürchten ließ. Ragnar und Eva sind auch wieder da, aber wir haben uns nur kurz zugewunken. Vielleicht morgen....
Als ich um den Svartberg herumfahre und in die Bucht von Evenes schaue, blendet mich die Sonne!
Donnerstag, 6. Juli 2017
Das Dach
Das duftet! In bzw. aus der Küche (als ich kurz vor 21 Uhr heimkomme)! Die beiden feiern heute anscheinend Richtfest. Auf jeden Fall steht eine fast leer Flasche Schnaps auf dem Tisch und es wird fröhlich laut auf estnisch palavert. Vielleicht liegt's auch am Geld, das sie heute cash für das Fundament bekommen haben? Eins steht fest, die zwei schlafen heute eindeutig besser als ich letzte Macht. Ich habe im Kopf schon die ganze Hütte fertiggebaut - da war keine Zeit zum Schlafen.
Heute morgen war ich ein wenig auf der Baustelle und habe weiter "aufgeräumt", d.h. Holzreste vom Nachbargrundstück auf meines verfrachtet. Dann habe ich mich verdrückt. Die Jungs bauen heute den Zwischenboden ein, später legen sie die Dachbalken auf. Die Stützwand in der Mitte haben wir ja im Einverständnis rausgenommen, aber brauchen tut man sie eigentlich, um die Dachbalken zu unterstüzten. Darum schwebt ein kleines Stück Zwischenwand für den Firstbalken quasi in der Luft und waret darauf, daß die anderen Dachbalken noch eine Stütze bekommen. Schon wieder Siemens Lufthaken...
So nach und nach wird klar, was wir mit den Änderungen angestellt haben. Die Fußbodenbretter sind an diesen Stellen zu kurz. Und Ersatz gibt es nicht - die Firma ist knausrig und legt keinerlei Ersatzteile bei (z.B. ein Balken, ein paar Bretter), wie es bei anderen Lieferanten üblich ist. Auch Mait beklagt dies schon mehrfach. Bis abends haben sie das Haus "zugemacht", d.h. sie haben eine riesige Plane drübergezogen, damit jetzt nichts mehr nass wird. Daß es überhaupt so große Planen gibt!?
Ich muss zur Bank nach Bogen, weil mein Passwort immer noch nicht angekommen ist. Diesmal geht's pragmatisch und sie stellen mir einfach eines aus, das auf einem Zettel notiert wird. Wo ich schon hier in Bogen bin, will ich auch noch beim hiesigen Baumarkt reinschauen, die vertreiben nämlich das Material für Grasdächer. Eigentlich wäre es ja erschwinglich, aber der Transport.... Alle Lieferanten von Grasdächern sitzen in Südnorwegen und daher wird die Lieferung hierher extrem teuer. Mit Badestamp-Herstellern ist es übrigens auch so, manche liefern noch nicht einmal nördlich des Polarkreises. Hans, der Chef des "Bauhauses" (ist eher eine Schreinerwerkstatt), spricht nur mühsam englisch. Aber ich bemühe mich ja auch mit norwegisch. Daher fragt er mich, ob ich aus Dänemark bin? Ist übrigens schon der Zweite, der meine Herkunft aus Dänemark schätzt.
Olav hat geschrieben - er hat ein paar Dinge organisiert, unter anderem den Kamin. Der ist abholbereit in Harstad, also werde ich morgen wieder mal dahin fahren. Könnte allerdings passieren, daß Kevin zu klein ist - man wird sehen.
Flora und Fauna: mitten auf der Straße hat sich heute eine Fasanenhenne ausgeruht. Sie wollte nicht weichen, hat aber dann doch irgendwann nachgegeben.
Der Berg hinter mir heißt "Svartberget" (schwarzer Berg). Vermutlich, weil er bewaldet ist und daher von Ferne schwarz aussieht, im Gegensatz zu den Bergen auf der Südseite des Fjords. Diese sind schneebedeckt und scheinen weiß herüber.
Heute morgen war ich ein wenig auf der Baustelle und habe weiter "aufgeräumt", d.h. Holzreste vom Nachbargrundstück auf meines verfrachtet. Dann habe ich mich verdrückt. Die Jungs bauen heute den Zwischenboden ein, später legen sie die Dachbalken auf. Die Stützwand in der Mitte haben wir ja im Einverständnis rausgenommen, aber brauchen tut man sie eigentlich, um die Dachbalken zu unterstüzten. Darum schwebt ein kleines Stück Zwischenwand für den Firstbalken quasi in der Luft und waret darauf, daß die anderen Dachbalken noch eine Stütze bekommen. Schon wieder Siemens Lufthaken...
So nach und nach wird klar, was wir mit den Änderungen angestellt haben. Die Fußbodenbretter sind an diesen Stellen zu kurz. Und Ersatz gibt es nicht - die Firma ist knausrig und legt keinerlei Ersatzteile bei (z.B. ein Balken, ein paar Bretter), wie es bei anderen Lieferanten üblich ist. Auch Mait beklagt dies schon mehrfach. Bis abends haben sie das Haus "zugemacht", d.h. sie haben eine riesige Plane drübergezogen, damit jetzt nichts mehr nass wird. Daß es überhaupt so große Planen gibt!?
Ich muss zur Bank nach Bogen, weil mein Passwort immer noch nicht angekommen ist. Diesmal geht's pragmatisch und sie stellen mir einfach eines aus, das auf einem Zettel notiert wird. Wo ich schon hier in Bogen bin, will ich auch noch beim hiesigen Baumarkt reinschauen, die vertreiben nämlich das Material für Grasdächer. Eigentlich wäre es ja erschwinglich, aber der Transport.... Alle Lieferanten von Grasdächern sitzen in Südnorwegen und daher wird die Lieferung hierher extrem teuer. Mit Badestamp-Herstellern ist es übrigens auch so, manche liefern noch nicht einmal nördlich des Polarkreises. Hans, der Chef des "Bauhauses" (ist eher eine Schreinerwerkstatt), spricht nur mühsam englisch. Aber ich bemühe mich ja auch mit norwegisch. Daher fragt er mich, ob ich aus Dänemark bin? Ist übrigens schon der Zweite, der meine Herkunft aus Dänemark schätzt.
Olav hat geschrieben - er hat ein paar Dinge organisiert, unter anderem den Kamin. Der ist abholbereit in Harstad, also werde ich morgen wieder mal dahin fahren. Könnte allerdings passieren, daß Kevin zu klein ist - man wird sehen.
Flora und Fauna: mitten auf der Straße hat sich heute eine Fasanenhenne ausgeruht. Sie wollte nicht weichen, hat aber dann doch irgendwann nachgegeben.
Der Berg hinter mir heißt "Svartberget" (schwarzer Berg). Vermutlich, weil er bewaldet ist und daher von Ferne schwarz aussieht, im Gegensatz zu den Bergen auf der Südseite des Fjords. Diese sind schneebedeckt und scheinen weiß herüber.
Mittwoch, 5. Juli 2017
Petri Heil!
Lacht nicht! Ja, ich habe einen Fisch gefangen! Den ersten seit 18 Jahren (und der war damals höchsten 15 cm lang)! Jetzt weiß ich wieder, wie es sich anfühlen muss, wenn ein echter Fisch am Haken hängt. Ja, gut, eigentlich ist es ja nur ein Fischlein; wenn man es auf den Teller legt, reicht es aber immerhin vom einen Ende bis zum anderen. Sein noch kleinerer Bruder wollte auch gleich mitkommen, aber der ist noch auf den Klippen vom Haken gerutscht und hat sich dann ins Meer zurückgezappelt. Glück gehabt. Ich auch, denn bei diesem Angelgang hab ich zum ersten Mal keinen einzigen Köder verloren! Ich bin stolz auf mich!
Auch die Baustelle hat heute sichtbar riesige Fortschritte gemacht. Ich habe ja Erfahrung mit Blockhäusern und weiß, daß es erstmal lange dauert, bis alle Balken gefunden und sortiert sind. Wenn dann noch Änderungswünsche auftauchen, müssen einige Balken erst noch zurechtgesägt werden. Aber dann geht es ratz-fatz voran! Seht selbst:
Bereits nach 2 Stunden fühlen sich die Räume wie Zimmer an, die Fenster- und Türausschnitte sind erkennbar und die abschließende Balkenlage über Fenster und Türen ist schon eingebaut. Von der Straße aus, sieht es schon ganz "häuslich" aus. Ab jetzt wird der Fortschritt nicht mehr so schnell sichtbar sein, der Zwischenboden muss eingezogen werden und dann kommen schon die Firste dran.
Interessante Details: bei unerem Aschbucher Haus wurden lange Balken mit Sägezahnverbindungen verleimt, hier hat man die Schnittstelle einfach mit einer kreuzenden Wand zusammengelegt. Dadurch werden die Balken nicht so lang und sind einfacher zu montieren. Apropos einfach: 6,70 m lange Balken über steile rutschige Felsen hochzutragen oder über die 2,5 m hohe Terasse hochzuhieven - ohne Kran! Das ist schon eine Leistung. Heute Abend sind die Jungs sicher ganz kaputt! Zwischen den Südfenstern und der Terassentür gibt es nur einen geringen Abstand. Die Wände sind hier allerdings nicht querausgesteift, sondern im Türausschnitt wird eine Holzleiste eingebaut, die die Wände ausrichten und versteifen soll - einfach aber wirkungsvoll.
Die Balken für den Schlafboden sind - wie gewünscht - nicht angeschraubt sondern sauber mit den Außenwänden verzapft. Allerdings wurde die Unterseite nicht glatt gesägt, sondern ist nach wie vor mit Nut und Feder versehen. Na ja, das ist halt der Preis für ein günstiges Haus. Es gibt Schlimmeres, z.B. die fehlenden Elektrobohrungen. War wohl Olavs Versehen. Obwohl besprochen, hat er diese anscheinend nicht in Auftrag gegeben - dann können sie natürlich auch nicht vorhanden sein. Muss ich halt wieder mal improvisieren.
Das Wetter ist heute eigentlich ein eigenes Kapitel wert! Die Vorhersage sprach von Sonne und gelegentlichen Wolken, leichter Wind, 0 mm Niederschlag. Ja, Sonne gibt es - immer mal wieder. Wolken auch - rings herum oder direkt über uns. Der Wind kommt von Osten und treibt aber leider heftige Regenschauer vor sich her. Allerdings immer nur kurz, dann darf die Sonne wieder wärmen. Aber keine 5 Minuten...spätestens wenn die Jungs die Regenjacke wieder ausgezogen haben oder Tauno das Wasser aus dem Haus heruasgekehrt hat, fängt es wieder an zu regnen. Und wenn es nur nieselt und wir meinen, das bischen Wasser aushalten zu können, dann wird es unmerklich mehr und mehr, bis man ganz durchnäßt ist. Aprilwetter ist nicht der richtige Ausdruck - vielleicht "5-Minuten-Wetter"?
Am Morgen bin ich eine ganze Zeit lang auf der Baustelle gewesen, um die Mittagszeit habe ich mich dann aber verdrückt, um wieder Ruhe einkehren zu lassen. Jetzt lerne ich allerdings kurz meinen dritten Nachbarn kennen - als er vorbeifährt, läßt er kurz das Fenster herunter und stellt sich mit "Jan Jansen" vor. Sein Nebensitzer soll angeblich deutsch können, verkündet er, der Nebensitzer schüttelt allerdings heftig den Kopf. Etwa so wie er aussieht habe ich mir Jan nach Annelieses und Björns Erzählungen auch vorgestellt: groß, kräftig, ziemlich schmuddelig und in Mundwinkel und Bart hängt noch jede Menge brauner Kautabak.
Am Nachmittag habe ich noch eine kurze Inspektion gemacht bevor ich mir die Zeit mit erfolgreichem fischen vertrieben habe.
Im Anschluss möchte ich mich mit einem zweiten Elektriker aus Grovfjod treffen, der mir ein hoffentlich besseres Angebot machen wird als Per Pedersen.
Der Graben für das Erdkabel - so haben wir das am Montag ausgemacht - soll in gut 2 Wochen gegraben werden.
Einen geschenkten Vitrinenschrank aus dem Internet kann ich (hoffentlich) auch in 2 Wochen abholen; da muss ich dann auch weitere Möbel bei Astrid un Uwe abholen, weil die danach in Urlaub nach Deutschland fahren. Alles ist durchgetaktet.
Übrigens: meine Geheimzahl für die Bankkarte ist auf dem Umweg über Astrid und Uwe am Montag (nach 2 Wochen) auch bei mir eingetroffen. Natürlich habe ich daraufhin gestern in Harstad auf norwegisch eingekauft. Das Passwort für's Internetbanking läßt allerdings immer noch auf sich warten - wenn es morgen nicht ankommt, werde ich nochmal auf die Bank gehen müssen. Ich muss ja Geld überweisen können, wenn ich z.B. im Internet einkaufen will - Dinge, die ich in den Geschäften nicht bekomme wie Wasserleitungen oder Satellitenantennen.
Ich hab den Blog schon gegen 16 Uhr geschrieben, weil ich dachte, der Tag wäre gelaufen. Scheint aber erst Halbzeit gewesen zu sein. Der Elektriker verspätet sich und ist kurz vor 17 Uhr erst da. Aber ich bin hier ja ziemlich zeitlos... Wir fahren gleich raus zur Baustelle und begegnen unterwegs meinen fleißigen Handwerkern, die jetzt endlich Feierabend machen. Der Elektriker heißt Inge (ja, wirklich!), ist etwa in meinem Alter, recht nett und ist eigentlich auf als Starkstromelektriker auf Ölplattformen angestellt. Haus- und Hof-Elektrik hat er als Nebenerwerb laufen. Er ist recht nett, erklärt alles und scheint auch Spielraum für Eigeninitiative zu lassen. Ich lerne, daß die doofe EU 2015 ein neues Gesetz erlassen haben soll, nachdem Stromzähler und Hauptsicherung außerhalb des Hauses in einem wasserichten Kasten untergebracht werden müssen. Allein dieses Teil kostet knapp 2000 €! Aber da komme ich nicht drumherum. Als Wiedergutmachung bekomme ich dafür die Info, daß ich angeblich für das Haus-Anschluss-Stromkabel nur zahlen müsse, was über 25.000 kr hinausgeht. Ich dachte, die müßte ich auch noch bezahlen. Inge schlägt vor, damit ich schnellstmöglich an Strom komme, den Kasten zu installieren und gleich ein oder 2 Steckdosen dran zu hängen; dann hätte ich schon mal Strom. Er will mir ein Angebot für den Verteilerkasten mit ebenfalls einer Steckdose und schon mal ca. 8 Sicherungen machen, damit ich "richtig" wohnen kann und meine Wohnerlaubnis bekomme. Das klingt gut. Denn was danach passiert, das muss er ja nicht mehr wissen. Genauso wollte ich es haben! Tschüß Inge.
Nun wird meine Hütte natürlich noch inspiziert, die Balken für den Zwischenboden sind vollständig eingebaut und die Giebel sind sogar schon begonnen. An den meisten Balken hängen noch die "Preisschildchen". Jeder Balken ist ja einzeln beschriftet, damit man weiß, wo er verbaut wird. Die Schildchen werden ja jetzt nicht mehr gebraucht und da sie naß sind, gehen sie gerade ganz gut weg. Also zupfe ich die halt alle mal ab. Da kann man sich schon ein Weilchen mit beschäftigen.
Kjetil kommt vorbei und bringt an seinem Grundstück und an den Bootshäusern das "Zu verkaufen"-Schild an. Plötzlich fängt er an, über das Baumaterial zu schimpfen, das noch am Rande seines Grundstücks liegt. Das muss jetzt umgehend weg! Schließlich will er die heranströmenden Käufer ja nicht vergraulen! Ob er das ernst meint? Das kann man bei dem Burschen nie so genau wissen. Aber - Baustelle aufräumen ist ohnehin keine schlechte Idee. Viele Pakete sind ausgepackt, die Verpackungsfolien und Paletten liegen auf einem großen Haufen. Also ziehe ich die großen Folien heraus und lege sie ordentlich zusammen - damit kann ich die Terasse abdecken, wenn ich das Haus streiche. Die Paletten zerlege ich und baue damit eine "Brücke" über den Graben auf meinem Grundstück. Eigentlich ist es eher eine Plattform, auf der ich die Holzreste lagere.
Das Meer plätschert gegen das Ufer. Aber es geht gar kein Wind und es ist auch kein Schiff vorbeigefahren. Als ich genauer hinschaue, sehe ich zwei Stellen, an denen das Wasser immer wieder aufgewühlt wird. Die Stellen wandern, aber leider kann ich auch mit dem Fernglas nicht wirklich was erkennen. Sieht so aus, als ob ein Schwarm Fische sich an der Oberfläche herumtreibt. Ich theoretisiere jetzt mal: vielleicht sind das schon Lachse auf dem Weg zu ihren Laichplätzen? Von hier ist es ja noch ein ganzes Stück bis zu den Flüssen - der Fjord ist lang!
Gegen halb 10 Uhr habe ich aber keine Lust mehr, die Füße tun weh... Jetzt ist auch für mich Feierabend! Ich darf ja morgen wieder länger ausschlafen.
Auch die Baustelle hat heute sichtbar riesige Fortschritte gemacht. Ich habe ja Erfahrung mit Blockhäusern und weiß, daß es erstmal lange dauert, bis alle Balken gefunden und sortiert sind. Wenn dann noch Änderungswünsche auftauchen, müssen einige Balken erst noch zurechtgesägt werden. Aber dann geht es ratz-fatz voran! Seht selbst:
Bereits nach 2 Stunden fühlen sich die Räume wie Zimmer an, die Fenster- und Türausschnitte sind erkennbar und die abschließende Balkenlage über Fenster und Türen ist schon eingebaut. Von der Straße aus, sieht es schon ganz "häuslich" aus. Ab jetzt wird der Fortschritt nicht mehr so schnell sichtbar sein, der Zwischenboden muss eingezogen werden und dann kommen schon die Firste dran.
Interessante Details: bei unerem Aschbucher Haus wurden lange Balken mit Sägezahnverbindungen verleimt, hier hat man die Schnittstelle einfach mit einer kreuzenden Wand zusammengelegt. Dadurch werden die Balken nicht so lang und sind einfacher zu montieren. Apropos einfach: 6,70 m lange Balken über steile rutschige Felsen hochzutragen oder über die 2,5 m hohe Terasse hochzuhieven - ohne Kran! Das ist schon eine Leistung. Heute Abend sind die Jungs sicher ganz kaputt! Zwischen den Südfenstern und der Terassentür gibt es nur einen geringen Abstand. Die Wände sind hier allerdings nicht querausgesteift, sondern im Türausschnitt wird eine Holzleiste eingebaut, die die Wände ausrichten und versteifen soll - einfach aber wirkungsvoll.
Die Balken für den Schlafboden sind - wie gewünscht - nicht angeschraubt sondern sauber mit den Außenwänden verzapft. Allerdings wurde die Unterseite nicht glatt gesägt, sondern ist nach wie vor mit Nut und Feder versehen. Na ja, das ist halt der Preis für ein günstiges Haus. Es gibt Schlimmeres, z.B. die fehlenden Elektrobohrungen. War wohl Olavs Versehen. Obwohl besprochen, hat er diese anscheinend nicht in Auftrag gegeben - dann können sie natürlich auch nicht vorhanden sein. Muss ich halt wieder mal improvisieren.
Das Wetter ist heute eigentlich ein eigenes Kapitel wert! Die Vorhersage sprach von Sonne und gelegentlichen Wolken, leichter Wind, 0 mm Niederschlag. Ja, Sonne gibt es - immer mal wieder. Wolken auch - rings herum oder direkt über uns. Der Wind kommt von Osten und treibt aber leider heftige Regenschauer vor sich her. Allerdings immer nur kurz, dann darf die Sonne wieder wärmen. Aber keine 5 Minuten...spätestens wenn die Jungs die Regenjacke wieder ausgezogen haben oder Tauno das Wasser aus dem Haus heruasgekehrt hat, fängt es wieder an zu regnen. Und wenn es nur nieselt und wir meinen, das bischen Wasser aushalten zu können, dann wird es unmerklich mehr und mehr, bis man ganz durchnäßt ist. Aprilwetter ist nicht der richtige Ausdruck - vielleicht "5-Minuten-Wetter"?
Am Morgen bin ich eine ganze Zeit lang auf der Baustelle gewesen, um die Mittagszeit habe ich mich dann aber verdrückt, um wieder Ruhe einkehren zu lassen. Jetzt lerne ich allerdings kurz meinen dritten Nachbarn kennen - als er vorbeifährt, läßt er kurz das Fenster herunter und stellt sich mit "Jan Jansen" vor. Sein Nebensitzer soll angeblich deutsch können, verkündet er, der Nebensitzer schüttelt allerdings heftig den Kopf. Etwa so wie er aussieht habe ich mir Jan nach Annelieses und Björns Erzählungen auch vorgestellt: groß, kräftig, ziemlich schmuddelig und in Mundwinkel und Bart hängt noch jede Menge brauner Kautabak.
Am Nachmittag habe ich noch eine kurze Inspektion gemacht bevor ich mir die Zeit mit erfolgreichem fischen vertrieben habe.
Im Anschluss möchte ich mich mit einem zweiten Elektriker aus Grovfjod treffen, der mir ein hoffentlich besseres Angebot machen wird als Per Pedersen.
Der Graben für das Erdkabel - so haben wir das am Montag ausgemacht - soll in gut 2 Wochen gegraben werden.
Einen geschenkten Vitrinenschrank aus dem Internet kann ich (hoffentlich) auch in 2 Wochen abholen; da muss ich dann auch weitere Möbel bei Astrid un Uwe abholen, weil die danach in Urlaub nach Deutschland fahren. Alles ist durchgetaktet.
Übrigens: meine Geheimzahl für die Bankkarte ist auf dem Umweg über Astrid und Uwe am Montag (nach 2 Wochen) auch bei mir eingetroffen. Natürlich habe ich daraufhin gestern in Harstad auf norwegisch eingekauft. Das Passwort für's Internetbanking läßt allerdings immer noch auf sich warten - wenn es morgen nicht ankommt, werde ich nochmal auf die Bank gehen müssen. Ich muss ja Geld überweisen können, wenn ich z.B. im Internet einkaufen will - Dinge, die ich in den Geschäften nicht bekomme wie Wasserleitungen oder Satellitenantennen.
Ich hab den Blog schon gegen 16 Uhr geschrieben, weil ich dachte, der Tag wäre gelaufen. Scheint aber erst Halbzeit gewesen zu sein. Der Elektriker verspätet sich und ist kurz vor 17 Uhr erst da. Aber ich bin hier ja ziemlich zeitlos... Wir fahren gleich raus zur Baustelle und begegnen unterwegs meinen fleißigen Handwerkern, die jetzt endlich Feierabend machen. Der Elektriker heißt Inge (ja, wirklich!), ist etwa in meinem Alter, recht nett und ist eigentlich auf als Starkstromelektriker auf Ölplattformen angestellt. Haus- und Hof-Elektrik hat er als Nebenerwerb laufen. Er ist recht nett, erklärt alles und scheint auch Spielraum für Eigeninitiative zu lassen. Ich lerne, daß die doofe EU 2015 ein neues Gesetz erlassen haben soll, nachdem Stromzähler und Hauptsicherung außerhalb des Hauses in einem wasserichten Kasten untergebracht werden müssen. Allein dieses Teil kostet knapp 2000 €! Aber da komme ich nicht drumherum. Als Wiedergutmachung bekomme ich dafür die Info, daß ich angeblich für das Haus-Anschluss-Stromkabel nur zahlen müsse, was über 25.000 kr hinausgeht. Ich dachte, die müßte ich auch noch bezahlen. Inge schlägt vor, damit ich schnellstmöglich an Strom komme, den Kasten zu installieren und gleich ein oder 2 Steckdosen dran zu hängen; dann hätte ich schon mal Strom. Er will mir ein Angebot für den Verteilerkasten mit ebenfalls einer Steckdose und schon mal ca. 8 Sicherungen machen, damit ich "richtig" wohnen kann und meine Wohnerlaubnis bekomme. Das klingt gut. Denn was danach passiert, das muss er ja nicht mehr wissen. Genauso wollte ich es haben! Tschüß Inge.
Nun wird meine Hütte natürlich noch inspiziert, die Balken für den Zwischenboden sind vollständig eingebaut und die Giebel sind sogar schon begonnen. An den meisten Balken hängen noch die "Preisschildchen". Jeder Balken ist ja einzeln beschriftet, damit man weiß, wo er verbaut wird. Die Schildchen werden ja jetzt nicht mehr gebraucht und da sie naß sind, gehen sie gerade ganz gut weg. Also zupfe ich die halt alle mal ab. Da kann man sich schon ein Weilchen mit beschäftigen.
Kjetil kommt vorbei und bringt an seinem Grundstück und an den Bootshäusern das "Zu verkaufen"-Schild an. Plötzlich fängt er an, über das Baumaterial zu schimpfen, das noch am Rande seines Grundstücks liegt. Das muss jetzt umgehend weg! Schließlich will er die heranströmenden Käufer ja nicht vergraulen! Ob er das ernst meint? Das kann man bei dem Burschen nie so genau wissen. Aber - Baustelle aufräumen ist ohnehin keine schlechte Idee. Viele Pakete sind ausgepackt, die Verpackungsfolien und Paletten liegen auf einem großen Haufen. Also ziehe ich die großen Folien heraus und lege sie ordentlich zusammen - damit kann ich die Terasse abdecken, wenn ich das Haus streiche. Die Paletten zerlege ich und baue damit eine "Brücke" über den Graben auf meinem Grundstück. Eigentlich ist es eher eine Plattform, auf der ich die Holzreste lagere.
Das Meer plätschert gegen das Ufer. Aber es geht gar kein Wind und es ist auch kein Schiff vorbeigefahren. Als ich genauer hinschaue, sehe ich zwei Stellen, an denen das Wasser immer wieder aufgewühlt wird. Die Stellen wandern, aber leider kann ich auch mit dem Fernglas nicht wirklich was erkennen. Sieht so aus, als ob ein Schwarm Fische sich an der Oberfläche herumtreibt. Ich theoretisiere jetzt mal: vielleicht sind das schon Lachse auf dem Weg zu ihren Laichplätzen? Von hier ist es ja noch ein ganzes Stück bis zu den Flüssen - der Fjord ist lang!
Gegen halb 10 Uhr habe ich aber keine Lust mehr, die Füße tun weh... Jetzt ist auch für mich Feierabend! Ich darf ja morgen wieder länger ausschlafen.
Dienstag, 4. Juli 2017
Fundament fertig - nächste Etage!
Ich glaube, meine Stimmung dirigiert das Wetter!? Gestern hat es durchgehend heftig geregnet, wie gesagt, wir haben schon an die Sintflut gedacht. Heute morgen scheint die Sonne wieder!
Als ich auf die Baustelle komme, ist eine kleine Behelfstreppe eingerichtet. Heute geht es los mit Haus-aufstellen! Eigentlich will ich ja dabei sein. Aber ich könnte auch einen Shopingtag in Harstad einlegen. Baumarktshoping ist ja das einzige shoping, das ich mag. Und da kann man Geld liegen lassen.....
Ich rede mit Mait - ich weiß, die haben lieber ihre Ruhe. Er sagt, es dauert, bis sie alle Balken sortiert und herausgesucht haben. Die unterste Lage dauert ohnehin lange, weil sie wieder mal akkurat eingerichtet und festgeschraubt werden muss. Ich möchte aber sichergehen, daß meine Änderungswünsche berücksichtigt werden, daher spreche ich sie nochmal an. Über die Vergrößerung des Durchgangs vom Wohnzimmer zum Flur sind wir uns relativ bald einig - immer noch nicht über den Standort des Ofens. Diese Diskussion verschieben wir auf später, wenn die Wände stehen und man ein besseres Raumgefühl hat. Die Öffnung am Schlafboden spreche ich auch nochmal an. Hier müssen wir etwas länger beratschlagen - zum Schluss schlägt Mait genau das vor, was ich eigentlich immer haben wollte, was Olav aber abgelehnt hat: keine Trennwand, nur ein paar Stützbalken für die Dachkonstruktion. Aber wenn die Jungs mit ihrer Erfahrung sagen, das geht, dann geht das! Dafür lasse ich sie dann heute auch in Ruhe und zockle nach Harstad.
Vom shopen tun die Füße bald weh. Manche Sachen sind sehr schwierig zu bekommen, dafür muss ich mindestens durch 3 Baumärkte, manche Sachen gibt es überhaupt nirgends, wie z.B. Satelitenantennen oder Duschwannen. Wasserleitungen habe ich erst im dritten Markt bekommen und Elektrokabel hatten sie auch nur in 2 von 4 Märkten. Und auch das nur in kleinen Mengen. Scheint tatsächlich so zu sein, dass Elektriker und Installateure hier ein Monopol haben und das preislich auch ausnutzen. Ich kaufe mir 2 besondere Alu-Leitern - die kann man so aufbauen, daß man sie als Arbeitsplattform nutzen kann oder einfach nur als Leiter. Eine werde ich für's Dach brauchen, die andere werde ich als Gerüst zum Streichen benutzen. Wasserleitung und Kabel bekomme ich im letzten Markt, schon auf dem Rückweg. Haupteinkaufspunkt war aber die Noppenfolie für das Grasdach und ein Leerrohr für die elektrische Anschlussleitung. Das Leerrohr muss unters Haus, bevor der Boden eingebaut wird, sonst komme ich nicht mehr hin.
Mit fröhlich wedelndem rotem Band am 3 m langen, weit überstehenden Rohr tingle ich wieder nach Hause; es ist mittlerweile schon etwa 15 Uhr. Als ich die Mautstellen passiere, grinse ich innerlich: ich haben die Mautbox im Auto abgebaut, so daß nichts mehr abgebucht werden kann. Angeblich schicken sie dann eine Rechnung nach Hause, aber Mait hat gesagt, das System würde nicht richtig funktionieren, er habe noch nie eine Rechnung bekommen. Probieren wir's aus.
Pünktlichst zum Feierabend erreich ich die Baustelle. In Evens haben mich schon spannende Wolkengebilde erwartet und über meinem Platz steht ein Regenbogen. Die schwarzen Wolken standen den ganzen Tag wohl über Narvik, aber jetzt hat der Wind gedreht und das Unwetter kommt hierher. Alle Balken sind sortiert, die erste Lage ist gelegt. Jetzt kann man schon ein wenig ahnen, wie sich die Wohnung anfühlen wird. Natürlich probiere ich jeden Platz aus. Im Schlafzimmer habe ich das Fenster wohl falsch platziert, aber jetzt ist es zu spät. Wer weiß, wofür es gut ist. Der Ofenplatz ist immer noch nicht sicher....
Ich hab den Jungs ein (schweinteures) deutsches Dosenbier mitgebracht und in die Küche gestellt. Als ich ihnen das erzähle, machen sie schleunigst Feierabend und freuen sich. Ich bleibe im Regen stehen, lade mein Auto aus, baue Leitern und Schubkarren zusammen und will eigentlich das Leerrohr noch verlegen. Aber das geht jetzt leider schon nicht mehr, denn der Fußboden ist (provisorisch) geschlossen. Ich hoffe, er wird nochmal aufgemacht und dann haben wir die einzige Chance, das Rohr zu fixieren. Bei der Krabbelei unterm Haus mach ich mich patschnass und saudreckig! Und den ganzen Dreck schleppe ich natürlich in's Auto - was soll's, ist ja ein Nutzfahrzeug. Nach 19 Uhr lasse ich es dann gut sein, fahr nach Hause und werfe gleich die Waschmaschine an. Die Jungs sind unsichtbar....
Als ich auf die Baustelle komme, ist eine kleine Behelfstreppe eingerichtet. Heute geht es los mit Haus-aufstellen! Eigentlich will ich ja dabei sein. Aber ich könnte auch einen Shopingtag in Harstad einlegen. Baumarktshoping ist ja das einzige shoping, das ich mag. Und da kann man Geld liegen lassen.....
Ich rede mit Mait - ich weiß, die haben lieber ihre Ruhe. Er sagt, es dauert, bis sie alle Balken sortiert und herausgesucht haben. Die unterste Lage dauert ohnehin lange, weil sie wieder mal akkurat eingerichtet und festgeschraubt werden muss. Ich möchte aber sichergehen, daß meine Änderungswünsche berücksichtigt werden, daher spreche ich sie nochmal an. Über die Vergrößerung des Durchgangs vom Wohnzimmer zum Flur sind wir uns relativ bald einig - immer noch nicht über den Standort des Ofens. Diese Diskussion verschieben wir auf später, wenn die Wände stehen und man ein besseres Raumgefühl hat. Die Öffnung am Schlafboden spreche ich auch nochmal an. Hier müssen wir etwas länger beratschlagen - zum Schluss schlägt Mait genau das vor, was ich eigentlich immer haben wollte, was Olav aber abgelehnt hat: keine Trennwand, nur ein paar Stützbalken für die Dachkonstruktion. Aber wenn die Jungs mit ihrer Erfahrung sagen, das geht, dann geht das! Dafür lasse ich sie dann heute auch in Ruhe und zockle nach Harstad.
Vom shopen tun die Füße bald weh. Manche Sachen sind sehr schwierig zu bekommen, dafür muss ich mindestens durch 3 Baumärkte, manche Sachen gibt es überhaupt nirgends, wie z.B. Satelitenantennen oder Duschwannen. Wasserleitungen habe ich erst im dritten Markt bekommen und Elektrokabel hatten sie auch nur in 2 von 4 Märkten. Und auch das nur in kleinen Mengen. Scheint tatsächlich so zu sein, dass Elektriker und Installateure hier ein Monopol haben und das preislich auch ausnutzen. Ich kaufe mir 2 besondere Alu-Leitern - die kann man so aufbauen, daß man sie als Arbeitsplattform nutzen kann oder einfach nur als Leiter. Eine werde ich für's Dach brauchen, die andere werde ich als Gerüst zum Streichen benutzen. Wasserleitung und Kabel bekomme ich im letzten Markt, schon auf dem Rückweg. Haupteinkaufspunkt war aber die Noppenfolie für das Grasdach und ein Leerrohr für die elektrische Anschlussleitung. Das Leerrohr muss unters Haus, bevor der Boden eingebaut wird, sonst komme ich nicht mehr hin.
Mit fröhlich wedelndem rotem Band am 3 m langen, weit überstehenden Rohr tingle ich wieder nach Hause; es ist mittlerweile schon etwa 15 Uhr. Als ich die Mautstellen passiere, grinse ich innerlich: ich haben die Mautbox im Auto abgebaut, so daß nichts mehr abgebucht werden kann. Angeblich schicken sie dann eine Rechnung nach Hause, aber Mait hat gesagt, das System würde nicht richtig funktionieren, er habe noch nie eine Rechnung bekommen. Probieren wir's aus.
Pünktlichst zum Feierabend erreich ich die Baustelle. In Evens haben mich schon spannende Wolkengebilde erwartet und über meinem Platz steht ein Regenbogen. Die schwarzen Wolken standen den ganzen Tag wohl über Narvik, aber jetzt hat der Wind gedreht und das Unwetter kommt hierher. Alle Balken sind sortiert, die erste Lage ist gelegt. Jetzt kann man schon ein wenig ahnen, wie sich die Wohnung anfühlen wird. Natürlich probiere ich jeden Platz aus. Im Schlafzimmer habe ich das Fenster wohl falsch platziert, aber jetzt ist es zu spät. Wer weiß, wofür es gut ist. Der Ofenplatz ist immer noch nicht sicher....
Ich hab den Jungs ein (schweinteures) deutsches Dosenbier mitgebracht und in die Küche gestellt. Als ich ihnen das erzähle, machen sie schleunigst Feierabend und freuen sich. Ich bleibe im Regen stehen, lade mein Auto aus, baue Leitern und Schubkarren zusammen und will eigentlich das Leerrohr noch verlegen. Aber das geht jetzt leider schon nicht mehr, denn der Fußboden ist (provisorisch) geschlossen. Ich hoffe, er wird nochmal aufgemacht und dann haben wir die einzige Chance, das Rohr zu fixieren. Bei der Krabbelei unterm Haus mach ich mich patschnass und saudreckig! Und den ganzen Dreck schleppe ich natürlich in's Auto - was soll's, ist ja ein Nutzfahrzeug. Nach 19 Uhr lasse ich es dann gut sein, fahr nach Hause und werfe gleich die Waschmaschine an. Die Jungs sind unsichtbar....Montag, 3. Juli 2017
Wo ist die Abschleppöse?
...nein nicht der Tank - ich fahr ja keinen Audi...
Ich bin heut wohl immer noch etwas verpeilt. Ich warte im Bett, bis die Jungs auf der Baustelle verschwunden sind - ich darf da ja nicht mit. Frühstück und Internetrecherchen, was man noch so alles brauchen kann und was man geschenkt bekommen kann. Es gibt z.B. eine Reihe gebrauchter Möbel, die man umsonst bekommen kann. Nur, wohin damit, wenn ich die jetzt schon abholen kann oder soll? Die Leute wollen ihre Sachen ja schnell los werden, aber meine Hütte wird noch 2-3 Wochen dauern.
Aber irgendwann fällt mir hier auch nichts mehr ein, also fahre ich doch raus. Schaue ein bischen hier und da. Mittlerweile haben die Jungs weitere Versteifungen zwischen die tragenden Pfosten eingebaut. Ich überlege ein wenig, wo ich die Durchbrüche für Wasser und Strom am besten brauchen könnte und wie ich die Windverkleidung am Besten machen werde. Auch muss ich mir überlegen, wie ich das lange Bauholz aus Evenskjer hierherbekomme, weil sowohl mein Auto als auch der Hänger ja keine > 4 m langen Teile transportieren können. Ich schlendere noch etwas am Ufer entlang - dort gibt es wunderschöne runde Steine. Die könnte ich doch als Wall benützen, statt eine künstliche Mauer zu bauen? Die Idee gefällt mir, nur - wie kommen die Steine auf mein Grundstück? Der Untergrund ist zu zerklüftet, um mit einem Schubkarren Erfolg zu haben. Ich werde mir was überlegen müssen....
Ok, dann muss ich die Baustelle wohl wieder verlassen. Gedanklich bin ich ganz wo anders. Ja, ich weiß, daß neben meiner Einfahrt ein tiefer Graben ist, aber ich hab einfach nicht aufgepaßt - und schon ist das rechte Hinterrad drin verschwunden. Das Fahrzeug sitzt auf und selbst mein Allrad bringt mich um keinen Milimeter nach vorn oder hinten. Die Jungs grinsen zu Recht! Aber sie helfen mir, mich rauszuziehen. Abschleppseil? Hab ich und finde ich auch! Allerdings nicht gut genug für die Beiden, sie nehmen ihr eigenes. Wo anbinden? Wo ist die Abschleppöse? So was braucht man doch nie! Deshalb weiß man auch nicht, wo die sein soll. Die gemeinsame Suche ist ergebnislos. Also muss ich wohl oder übel in die Bedienungsanleitung schauen. Das hilft, den Platz für die Öse zu finden. Die Öse selbst? Die soll beim Bordwerkzeug sein. Aber wo ist das? Irgendwann hab ich tatsächlich alles gefunden (peinlich!), Kevin wird angebunden und in Null-Komma-Nix ist er wieder draußen. Ganz schnell mach ich mich aus dem Staub. Da haben die Beiden nachher Gesprächsstoff und Spaß - sei's drum.
Um die Mittagszeit wollte Olav vorbeikommen. Es gibt viel zu besprechen und zu klären, sowohl fachliche Dinge als auch zwischenmenschliche. Er taucht aber nicht auf. Als er um 3 Uhr nachmittags immer noch nicht da ist, fahre ich einfach nochmal auf's Grundstück raus - keiner da! Der Wohnwagen ist jetzt auch weg, den haben die Jungs heute mittag mitgebracht - er war im Weg und auch nicht mehr erforderlich. Sie haben einen Teil der Terasse mit einer Plane bedeckt und haben darunter ein trockenes Plätzchen.
Kaum inspiziere ich den Fortschritt, schon kommt ein Auto direkt zu mir auf das Grundstück - es ist Olav. Er ist wohl direkt hierher gekommen und hat mich nicht vorher "zu Hause" gesucht. Eigentlich fallen wir gleich mit der Tür in's Haus - meine Verbannung. Verständnis für die Gründe ja, Akzeptanz noch nicht. Ok, reden wir über Fachliches. Wo soll der Strom hin, wo brauchen wir Auslässe für Wasser oder Abwasser? Olav und ich sind uns schnell einig. Olav bewundert auch das total massive Fundament, das mehrfach ausgesteift ist. Ich wollte vorschlagen, daß ich mich schon mal mit der Verkleidung der Terasse beschäftigen könnte, aber er meinte, der Unterbau wäre jetzt so stabil, daß eine Verkleidung wirklich nicht mehr notwendig wäre. Wenn ich von Kjetils Aussagen die 75 % Übertreibung abziehe, dann kann ich dem zustimmen und werde mir das Geld vorerst mal sparen.
Olav schlägt als Kompromiss vor, ich könne ja schon mal das Rohr für die elekrische Erdleitung verlegen und anbetonieren. Außerdem muss ein Graben bis zur Stromstation gegraben werden - zumindest ein stückweit von Hand. Ja, da wäre ich wirklich total beschäftigt!!! Die Station ist vielleicht 200 m weg? Und das über felsigen Untergrund. Ne, das mach ich nicht. Dazu muss ein Minibagger her - sieht Olav ein. Nun kommen auch die Jungs zurück und das brisante Thema "Verbannung" wird nocheinmal besprochen. Ich versuche, Mait auch meinen Standpunkt klar zu machen: ich wollte das Haus eigentlich mit eigenen Händen bauen, zumindest zum Teil. Ich kann aber verstehen, daß die beiden Profis keinen Lehrling haben wollen - dies ist aufgrund des schwierigen Geländes eine besonders heikle Baustelle. Außerdem haben sie schlechte Erfahrungen mit Bauherren gemacht, die jede Sekunde dokumentiert haben und dann bei der Bezahlung die Raucherpausen abgezogen haben. Ok - Standpunkte sind ausgetauscht. Wir können wieder miteinander reden. Mal schauen, wie lange das gut geht. Ich mache ein Späßchen, und frage, ob sie den Wohnwagen für mich vor's Haus gestellt haben? Das Eis scheint zu schmelzen.
Olav und ich fahren zum Haus und regeln noch ein paar finanzielle Dinge. Außerdem bekommt jeder noch ein paar Aufgaben: ich wegen Terassengeländer, das ich unbedingt selbst machen will, und wegen Grasdach; Olav zur weiteren Klärung der Elektrizität. Er bestätigt mir, daß die Elektriker-Rechnung von 30.000 Kronen nur für Sicherungskasten und eine einzige Steckdose doch etwas zu hoch gegriffen wäre. Allerdings ist der Elektriker grade im Urlaub. In Norwegen ist Juli und August Urlaubszeit - da bekommt man fast niemanden!
Olav ist weg, die Jungs kommen total durchfroren und klitschnass nach Hause und ich habe beschlossen, Viggo einen Besuch abzustatten. Viggo scheint hier alle Fäden in der Hand zu halten. Diesmal ist tatsächlich jemand zu Hause. Viggo und Ronda - und - Überraschung - Kjetil! Gar nicht schlecht, ich muss mit Kjetil nämlich klären, wie und wo und warum ich das Kabel über sein Grundstück legen darf. Viggo sagt, er hätte nicht die richtigen Maschinen für den Graben, also landen wir wieder bei Frank. Kjetil ruft ihn auch sogleich für mich an. Ist das nicht toll? Wir kommunizieren in 3 Sprachen gleichzeitig: Viggo und Ronda meist in norwegisch mit ein paar englischen Brocken, ich meist englisch mit ein paar norwegischen Brocken und Kjetil versucht, sein Deutsch zu verbessern. Klasse! Kjetil dient oft auch als Dolmetscher. Ronda bäckt Dampfnudeln oder so was ähnliches - es duftet köstlich und sie werkelt gemütlich in der Küche. Ich bekommen sogar einen Apfelkuchen angeboten, den ich aber diesmal ausschlage. Ich werde auf jeden Fall wieder zu Kaffee und Kuchen eingeladen! Ich glaube, die meinen das wirklich ernst! Leider fällt mir nichts ein, was ich den Beiden Gutes tun könnte.
Kjetil ist ein Spaßvogel und hat gutes Sitzfleisch. Ich glaube, Viggo wäre ganz froh, wenn er ihn mal wieder loswürde (zwinkert er mir zu). Ich frage Kjetil, ob ich mal sien Boot bewundern dürfte - ja! Bisher war das ja immer ziemlich geheim. Also verlassen wir Viggos gastliches Haus und fahren zum Bootshaus. Ich bewundere die viele mühsame Handarbeit, die Kjetil in 6 Jahren in das Boot investiert hat. Es war mal ein Fischerboot ohne Kajütenaufbau, den hat Kjetil selbst gemacht. Er zeigt und erklärt mir alles, er ist stolz darauf, was er hier schon alles vollbracht hat. Allerdings fehlen noch einige dicke Investitionen: die komplette elektrische Anlage, Motor und Schiffsschraube, Anker, Mast... Und es ist auch noch sehr viel Handarbeit durchzuführen, z.B. sind die Fensterrahmen der Kajüte noch nicht fixiert oder abgedichtet, es fehlen viele Beschläge, die Reling gibt es noch gar nicht und gestrichen ist überhaupt noch nichts. Das heutige Wetter läßt auf die nahende Sintflut schließen - das Boot heißt "Noah shark" - also, gib Gas, Kejtil! Auf jeden Fall erlebe ich Kjetil beim Vorstellen seines Bootes zum ersten mal ernsthaft. Er träumt von Griechenland, aber er möchte nur ein einziges grischisches Wort benutzen: Metaxa! Ha ha ha.
Ein letzter Blick auf die Baustelle: alle Versteifungen sind jetzt eingebaut, die Terasse ist fertig. Ich glaube, wenn das Wetter mitmacht, kann morgen mit dem Haus begonnen werden.
Ich bin heut wohl immer noch etwas verpeilt. Ich warte im Bett, bis die Jungs auf der Baustelle verschwunden sind - ich darf da ja nicht mit. Frühstück und Internetrecherchen, was man noch so alles brauchen kann und was man geschenkt bekommen kann. Es gibt z.B. eine Reihe gebrauchter Möbel, die man umsonst bekommen kann. Nur, wohin damit, wenn ich die jetzt schon abholen kann oder soll? Die Leute wollen ihre Sachen ja schnell los werden, aber meine Hütte wird noch 2-3 Wochen dauern.
Aber irgendwann fällt mir hier auch nichts mehr ein, also fahre ich doch raus. Schaue ein bischen hier und da. Mittlerweile haben die Jungs weitere Versteifungen zwischen die tragenden Pfosten eingebaut. Ich überlege ein wenig, wo ich die Durchbrüche für Wasser und Strom am besten brauchen könnte und wie ich die Windverkleidung am Besten machen werde. Auch muss ich mir überlegen, wie ich das lange Bauholz aus Evenskjer hierherbekomme, weil sowohl mein Auto als auch der Hänger ja keine > 4 m langen Teile transportieren können. Ich schlendere noch etwas am Ufer entlang - dort gibt es wunderschöne runde Steine. Die könnte ich doch als Wall benützen, statt eine künstliche Mauer zu bauen? Die Idee gefällt mir, nur - wie kommen die Steine auf mein Grundstück? Der Untergrund ist zu zerklüftet, um mit einem Schubkarren Erfolg zu haben. Ich werde mir was überlegen müssen....Ok, dann muss ich die Baustelle wohl wieder verlassen. Gedanklich bin ich ganz wo anders. Ja, ich weiß, daß neben meiner Einfahrt ein tiefer Graben ist, aber ich hab einfach nicht aufgepaßt - und schon ist das rechte Hinterrad drin verschwunden. Das Fahrzeug sitzt auf und selbst mein Allrad bringt mich um keinen Milimeter nach vorn oder hinten. Die Jungs grinsen zu Recht! Aber sie helfen mir, mich rauszuziehen. Abschleppseil? Hab ich und finde ich auch! Allerdings nicht gut genug für die Beiden, sie nehmen ihr eigenes. Wo anbinden? Wo ist die Abschleppöse? So was braucht man doch nie! Deshalb weiß man auch nicht, wo die sein soll. Die gemeinsame Suche ist ergebnislos. Also muss ich wohl oder übel in die Bedienungsanleitung schauen. Das hilft, den Platz für die Öse zu finden. Die Öse selbst? Die soll beim Bordwerkzeug sein. Aber wo ist das? Irgendwann hab ich tatsächlich alles gefunden (peinlich!), Kevin wird angebunden und in Null-Komma-Nix ist er wieder draußen. Ganz schnell mach ich mich aus dem Staub. Da haben die Beiden nachher Gesprächsstoff und Spaß - sei's drum.
Um die Mittagszeit wollte Olav vorbeikommen. Es gibt viel zu besprechen und zu klären, sowohl fachliche Dinge als auch zwischenmenschliche. Er taucht aber nicht auf. Als er um 3 Uhr nachmittags immer noch nicht da ist, fahre ich einfach nochmal auf's Grundstück raus - keiner da! Der Wohnwagen ist jetzt auch weg, den haben die Jungs heute mittag mitgebracht - er war im Weg und auch nicht mehr erforderlich. Sie haben einen Teil der Terasse mit einer Plane bedeckt und haben darunter ein trockenes Plätzchen.
Kaum inspiziere ich den Fortschritt, schon kommt ein Auto direkt zu mir auf das Grundstück - es ist Olav. Er ist wohl direkt hierher gekommen und hat mich nicht vorher "zu Hause" gesucht. Eigentlich fallen wir gleich mit der Tür in's Haus - meine Verbannung. Verständnis für die Gründe ja, Akzeptanz noch nicht. Ok, reden wir über Fachliches. Wo soll der Strom hin, wo brauchen wir Auslässe für Wasser oder Abwasser? Olav und ich sind uns schnell einig. Olav bewundert auch das total massive Fundament, das mehrfach ausgesteift ist. Ich wollte vorschlagen, daß ich mich schon mal mit der Verkleidung der Terasse beschäftigen könnte, aber er meinte, der Unterbau wäre jetzt so stabil, daß eine Verkleidung wirklich nicht mehr notwendig wäre. Wenn ich von Kjetils Aussagen die 75 % Übertreibung abziehe, dann kann ich dem zustimmen und werde mir das Geld vorerst mal sparen.
Olav schlägt als Kompromiss vor, ich könne ja schon mal das Rohr für die elekrische Erdleitung verlegen und anbetonieren. Außerdem muss ein Graben bis zur Stromstation gegraben werden - zumindest ein stückweit von Hand. Ja, da wäre ich wirklich total beschäftigt!!! Die Station ist vielleicht 200 m weg? Und das über felsigen Untergrund. Ne, das mach ich nicht. Dazu muss ein Minibagger her - sieht Olav ein. Nun kommen auch die Jungs zurück und das brisante Thema "Verbannung" wird nocheinmal besprochen. Ich versuche, Mait auch meinen Standpunkt klar zu machen: ich wollte das Haus eigentlich mit eigenen Händen bauen, zumindest zum Teil. Ich kann aber verstehen, daß die beiden Profis keinen Lehrling haben wollen - dies ist aufgrund des schwierigen Geländes eine besonders heikle Baustelle. Außerdem haben sie schlechte Erfahrungen mit Bauherren gemacht, die jede Sekunde dokumentiert haben und dann bei der Bezahlung die Raucherpausen abgezogen haben. Ok - Standpunkte sind ausgetauscht. Wir können wieder miteinander reden. Mal schauen, wie lange das gut geht. Ich mache ein Späßchen, und frage, ob sie den Wohnwagen für mich vor's Haus gestellt haben? Das Eis scheint zu schmelzen.
Olav und ich fahren zum Haus und regeln noch ein paar finanzielle Dinge. Außerdem bekommt jeder noch ein paar Aufgaben: ich wegen Terassengeländer, das ich unbedingt selbst machen will, und wegen Grasdach; Olav zur weiteren Klärung der Elektrizität. Er bestätigt mir, daß die Elektriker-Rechnung von 30.000 Kronen nur für Sicherungskasten und eine einzige Steckdose doch etwas zu hoch gegriffen wäre. Allerdings ist der Elektriker grade im Urlaub. In Norwegen ist Juli und August Urlaubszeit - da bekommt man fast niemanden!
Olav ist weg, die Jungs kommen total durchfroren und klitschnass nach Hause und ich habe beschlossen, Viggo einen Besuch abzustatten. Viggo scheint hier alle Fäden in der Hand zu halten. Diesmal ist tatsächlich jemand zu Hause. Viggo und Ronda - und - Überraschung - Kjetil! Gar nicht schlecht, ich muss mit Kjetil nämlich klären, wie und wo und warum ich das Kabel über sein Grundstück legen darf. Viggo sagt, er hätte nicht die richtigen Maschinen für den Graben, also landen wir wieder bei Frank. Kjetil ruft ihn auch sogleich für mich an. Ist das nicht toll? Wir kommunizieren in 3 Sprachen gleichzeitig: Viggo und Ronda meist in norwegisch mit ein paar englischen Brocken, ich meist englisch mit ein paar norwegischen Brocken und Kjetil versucht, sein Deutsch zu verbessern. Klasse! Kjetil dient oft auch als Dolmetscher. Ronda bäckt Dampfnudeln oder so was ähnliches - es duftet köstlich und sie werkelt gemütlich in der Küche. Ich bekommen sogar einen Apfelkuchen angeboten, den ich aber diesmal ausschlage. Ich werde auf jeden Fall wieder zu Kaffee und Kuchen eingeladen! Ich glaube, die meinen das wirklich ernst! Leider fällt mir nichts ein, was ich den Beiden Gutes tun könnte.
Ein letzter Blick auf die Baustelle: alle Versteifungen sind jetzt eingebaut, die Terasse ist fertig. Ich glaube, wenn das Wetter mitmacht, kann morgen mit dem Haus begonnen werden.
Sonntag, 2. Juli 2017
Nix
Heute gibt's keinen Blog. Man hat mich von der Baustelle verbannt und mir geht es daher gar nicht gut. Bis morgen!
Samstag, 1. Juli 2017
Tierisch
Elche! Also eigentlich noch gestern abend - ich nämlich noch nicht müde....
Da die Sonne immer noch so schön scheint, mache ich mich auf den Weg, etwas von der "Mitternachtssonne" zu sehen. Es ist allerdings erst 22 Uhr, aber die Sonne steht noch ziemlich hoch. Ich weiß, daß Evenskjer ein exponierter Punkt ist, von dem aus ich das Meer nach Norden sehen kann. Hier versinkt die Sonne nicht hinter einem Berg, sondern ich kann sie schön über den Berggipfeln beobachten. Sie wirft ein wunderbares Licht auf das glatte Meer. Mit der Sonne im Rücken fahre ich dann wieder zurück nach Evenes. Das Licht ist phantastisch und unglaublich, man kann es vergleichen mit dem strahlenden Sonnenschein vor dunklen Gewitterwolken.
Von meiner Nebenstraße geht noch ein kleiners, ungeteertes Nebensträßchen, ab. Tårstad ist angeschrieben - ich dachte allerdings, dahin gäbe es nur die eine Straße von Evenes. Ausprobieren - im schlimmsten Fall darf ich halt zurückzockeln. Bereits nach wenigen 100 m kreuzt eine Elchkuh meinen Weg und bleibt auf der Wiese neben direkt neben der Straße stehen. Sie schaut mich gelassen an, selbst als ich den Motor ausmache rennt sie nicht weg. Im Gegenteil, sie beginnt sich zu putzen (wahrscheinlich juckt das im Wechsel befindliche Fell) und fängt dann sogar an zu äsen! Ich hab dummerweise mitten auf der Straße angehalten, so daß das nächste Auto kaum an mir vorbeikommt. Allerdings scheucht es das Elchkalb auf, das sich anscheinend noch neben dem Weg versteckt hatte. So kann ich jetzt ausführlich Mutter und Kind beobachten. So nah und so ruhig habe ich noch nie Elche in freier Wildbahn gesehen! Das Kalb hat einen langen Ziegenbart und die ersten Anzeichen seiner Schaufeln sehen eher wie schrecklich buschige Augenbrauen aus - spannend! Grade als ich losfahren will, entdecke ich die Rücken von 2 weiteren Elchen, die sich in einigen Metern Entfernung in einem Graben herumtreiben. Ist schon faszinierend, wie sich diese riesigen Viecher so unsichtbar machen können!
Auf der offiziellen Norwegenkarte, die ich heute abend noch durchforste sind außer Grundstücksgrenzen und Grenzmarkierungen auch Höhenlinien zu sehen - klar bei einer topografischen Karte. Interessant dabei ist die Fjordtiefe - die reicht tiefer als 500 m. Und bereits wenig von unserem Ufer entfernt sind schon 120 m Tiefe angezeigt. Man darf Kjetil wohl doch vieles nicht glauben.
Spät am heutigen Morgen komme ich erst auf die Baustelle und frage ob ich etwas helfen darf oder kann. Leider nein. Ach doch, ich könnte Material besorgen, Steine Beton und Balkenschuhe (wir haben die falschen). Mach ich doch glatt - endlich mal Abwechslung. In Evenskjer bekomme ich alles und diesmal auch die richtigen Materialien. Gestern hat mein Auto fürchterlich gequietscht und gescheppert und heute gibt es seltsam klappernde Schläge von sich. Ich weiß, dass ich ein Spoilerteil angerissen habe, aber sonst ist nichts zu finden. Das kann es allerdings nicht gewesen sein - muss ich einfach mal weiter aufpassen.
Ich rede mit Mait darüber, dass ich den Aufbau der Hütte gerne filmen würde. Widerwillig erlaubt er es, aber als ich oben auf dem Fels meine Kamera aufbaue widerruft er die Zusage leider.
Die Sonne versteckt sich heute hinter dichten Wolken, aber es ist warm und trocken. Schon fast ein wenig schwül. Daher gibt es heute auch wahnsinnig viele Fliegen und Schnaken.
Auf dem Weg nach oben zu meinem Ausguck finde ich den Schädel eines kleinen Tieres vielleicht ein Marder? Ein Schwan fliegt schnattenrd über dem Wasser nach Westen. Als er etwas später zurückkommt, ist es ein Storch geworden. Ein Storch? Kurz vor Feierabend streicht am Ufer ein Fuchs vorbei. Er bellt, etwa so wie ein Seehund. Mit dem Fernglas kann ich ihn sehr gut beobachten. Er kommt bis fast an die Bootshäuser aber vor der Baustelle kehrt er dann doch um. Ich verliere ihn aus den Augen. Vielleicht zehn Minuten später höre ich in allerdings wieder, im Wald oberhalb von mir auf dem Berg.
Heute ist die Terasse dran. Tauno beplankt sie am Nachmittag ganz fleißig. Als etwa die Hälfte fertiggestellt ist, stellt er einen Fehler an den Stützpfosten fest. Mir ist das zwar schon gestern aufgefallen, aber ich dachte, die Jungs wissen schon was sie tun. Sie haben die Stützpfosten aus 2 bzw. 3 Balken zusammengescharubt. Und einige der Balken haben sie etwas zu lang gemacht, ao dass die Terassenbretter nicht mehr aufgelegt werden können. Nach einigem hin- und her-überlegen und überrascht ausschauen, muss Mait die Stützen wieder abbauen, kürzen und anschrauben. Ist ja aber keine große Arbeit.
Während die Jungs Mittagessen machen, etwa gegen 2 Uhr, kommen Björn und Anneliese mit den Hunden von ihrem Spaziergang zurück. Ich steige von meinem Felsen herab und lasse mich von Ihnen zu einem Kaffee bzw. in meinem Fall zu einem Wasser einladen. Am Anfang versuche ich mit Björn etwas norwegisch zu reden, aber später gehen wir dann doch wieder zum Englisch über. Etwas später kommt ihr Sohn Magnus aus Narvik hinzu, er soll in der nächsten Woche die Hunde hüten. Anneliese liegt M&M's die es aber leider in Norwegen nicht gibt, auch nicht in ihrem kleinen Joker-Supermarkt, den sie in Narvik betreibt. Daher hat ihr Magnus welche aus Schweden mitgebracht; dorthin fahren sie gelegentlich zum einkaufen.
Ich erfahre viel, vor Allem über die Tierwelt. Z.B. über Elche, von Luchsen, die hier ziemlich viele Rentiere gerissen haben, über häufig hier spielende Schweinswale und sogar Orkas hat Björn hier in ca. 600 m Entfernung schon gesehen! Und die Seeadler kann man angeblich mit gefrorenem Fisch anfüttern, so daß sie häufiger hier vorbeikommen.
Zur Wetterlage erhalte ich auch interessante Informationen: genau hier, an unserem Platz, sind die Winter besonders mild. Schneehöhe vielleicht 30-50 cam, während sich bereits hinter der nächsten Bergnase meterhohe Schneewände auftürmen. Und wenn es in Narvik -30 Grad hat, dann herrschen bei uns grade mal -17 Grad - und das angeblich nur wenige Tage im Jahr.
Ich frage Björn nach den Bewohnern der obersten Hütte und bekomme zurückhaltende Auskunft. Scheint ein etwas eigenbrödlerischer ältere Mann zu sein, der nicht mehr besonders gut gehen kann. Björn und Jan sind auch schon einmal aneinander geraten, als Jan betrunken in seinem Wohnwagen randaliert hat. Aber seit Björn ihm damals die Meinung gesagt hat, ist Ruhe. Darüber freut sich Anneliese!
War ganz schön viel los heute...
Ach ja, die Baustelle: so sieht der Bausatz ausgepackt aber noch nicht aufgebaut aus und das haben die Jungs heute fabriziert:
Da die Sonne immer noch so schön scheint, mache ich mich auf den Weg, etwas von der "Mitternachtssonne" zu sehen. Es ist allerdings erst 22 Uhr, aber die Sonne steht noch ziemlich hoch. Ich weiß, daß Evenskjer ein exponierter Punkt ist, von dem aus ich das Meer nach Norden sehen kann. Hier versinkt die Sonne nicht hinter einem Berg, sondern ich kann sie schön über den Berggipfeln beobachten. Sie wirft ein wunderbares Licht auf das glatte Meer. Mit der Sonne im Rücken fahre ich dann wieder zurück nach Evenes. Das Licht ist phantastisch und unglaublich, man kann es vergleichen mit dem strahlenden Sonnenschein vor dunklen Gewitterwolken.
Von meiner Nebenstraße geht noch ein kleiners, ungeteertes Nebensträßchen, ab. Tårstad ist angeschrieben - ich dachte allerdings, dahin gäbe es nur die eine Straße von Evenes. Ausprobieren - im schlimmsten Fall darf ich halt zurückzockeln. Bereits nach wenigen 100 m kreuzt eine Elchkuh meinen Weg und bleibt auf der Wiese neben direkt neben der Straße stehen. Sie schaut mich gelassen an, selbst als ich den Motor ausmache rennt sie nicht weg. Im Gegenteil, sie beginnt sich zu putzen (wahrscheinlich juckt das im Wechsel befindliche Fell) und fängt dann sogar an zu äsen! Ich hab dummerweise mitten auf der Straße angehalten, so daß das nächste Auto kaum an mir vorbeikommt. Allerdings scheucht es das Elchkalb auf, das sich anscheinend noch neben dem Weg versteckt hatte. So kann ich jetzt ausführlich Mutter und Kind beobachten. So nah und so ruhig habe ich noch nie Elche in freier Wildbahn gesehen! Das Kalb hat einen langen Ziegenbart und die ersten Anzeichen seiner Schaufeln sehen eher wie schrecklich buschige Augenbrauen aus - spannend! Grade als ich losfahren will, entdecke ich die Rücken von 2 weiteren Elchen, die sich in einigen Metern Entfernung in einem Graben herumtreiben. Ist schon faszinierend, wie sich diese riesigen Viecher so unsichtbar machen können!
Spät am heutigen Morgen komme ich erst auf die Baustelle und frage ob ich etwas helfen darf oder kann. Leider nein. Ach doch, ich könnte Material besorgen, Steine Beton und Balkenschuhe (wir haben die falschen). Mach ich doch glatt - endlich mal Abwechslung. In Evenskjer bekomme ich alles und diesmal auch die richtigen Materialien. Gestern hat mein Auto fürchterlich gequietscht und gescheppert und heute gibt es seltsam klappernde Schläge von sich. Ich weiß, dass ich ein Spoilerteil angerissen habe, aber sonst ist nichts zu finden. Das kann es allerdings nicht gewesen sein - muss ich einfach mal weiter aufpassen.
Ich rede mit Mait darüber, dass ich den Aufbau der Hütte gerne filmen würde. Widerwillig erlaubt er es, aber als ich oben auf dem Fels meine Kamera aufbaue widerruft er die Zusage leider.
Die Sonne versteckt sich heute hinter dichten Wolken, aber es ist warm und trocken. Schon fast ein wenig schwül. Daher gibt es heute auch wahnsinnig viele Fliegen und Schnaken.
Auf dem Weg nach oben zu meinem Ausguck finde ich den Schädel eines kleinen Tieres vielleicht ein Marder? Ein Schwan fliegt schnattenrd über dem Wasser nach Westen. Als er etwas später zurückkommt, ist es ein Storch geworden. Ein Storch? Kurz vor Feierabend streicht am Ufer ein Fuchs vorbei. Er bellt, etwa so wie ein Seehund. Mit dem Fernglas kann ich ihn sehr gut beobachten. Er kommt bis fast an die Bootshäuser aber vor der Baustelle kehrt er dann doch um. Ich verliere ihn aus den Augen. Vielleicht zehn Minuten später höre ich in allerdings wieder, im Wald oberhalb von mir auf dem Berg.
Heute ist die Terasse dran. Tauno beplankt sie am Nachmittag ganz fleißig. Als etwa die Hälfte fertiggestellt ist, stellt er einen Fehler an den Stützpfosten fest. Mir ist das zwar schon gestern aufgefallen, aber ich dachte, die Jungs wissen schon was sie tun. Sie haben die Stützpfosten aus 2 bzw. 3 Balken zusammengescharubt. Und einige der Balken haben sie etwas zu lang gemacht, ao dass die Terassenbretter nicht mehr aufgelegt werden können. Nach einigem hin- und her-überlegen und überrascht ausschauen, muss Mait die Stützen wieder abbauen, kürzen und anschrauben. Ist ja aber keine große Arbeit.Während die Jungs Mittagessen machen, etwa gegen 2 Uhr, kommen Björn und Anneliese mit den Hunden von ihrem Spaziergang zurück. Ich steige von meinem Felsen herab und lasse mich von Ihnen zu einem Kaffee bzw. in meinem Fall zu einem Wasser einladen. Am Anfang versuche ich mit Björn etwas norwegisch zu reden, aber später gehen wir dann doch wieder zum Englisch über. Etwas später kommt ihr Sohn Magnus aus Narvik hinzu, er soll in der nächsten Woche die Hunde hüten. Anneliese liegt M&M's die es aber leider in Norwegen nicht gibt, auch nicht in ihrem kleinen Joker-Supermarkt, den sie in Narvik betreibt. Daher hat ihr Magnus welche aus Schweden mitgebracht; dorthin fahren sie gelegentlich zum einkaufen.
Ich erfahre viel, vor Allem über die Tierwelt. Z.B. über Elche, von Luchsen, die hier ziemlich viele Rentiere gerissen haben, über häufig hier spielende Schweinswale und sogar Orkas hat Björn hier in ca. 600 m Entfernung schon gesehen! Und die Seeadler kann man angeblich mit gefrorenem Fisch anfüttern, so daß sie häufiger hier vorbeikommen.
Zur Wetterlage erhalte ich auch interessante Informationen: genau hier, an unserem Platz, sind die Winter besonders mild. Schneehöhe vielleicht 30-50 cam, während sich bereits hinter der nächsten Bergnase meterhohe Schneewände auftürmen. Und wenn es in Narvik -30 Grad hat, dann herrschen bei uns grade mal -17 Grad - und das angeblich nur wenige Tage im Jahr.
Ich frage Björn nach den Bewohnern der obersten Hütte und bekomme zurückhaltende Auskunft. Scheint ein etwas eigenbrödlerischer ältere Mann zu sein, der nicht mehr besonders gut gehen kann. Björn und Jan sind auch schon einmal aneinander geraten, als Jan betrunken in seinem Wohnwagen randaliert hat. Aber seit Björn ihm damals die Meinung gesagt hat, ist Ruhe. Darüber freut sich Anneliese!
War ganz schön viel los heute...
Ach ja, die Baustelle: so sieht der Bausatz ausgepackt aber noch nicht aufgebaut aus und das haben die Jungs heute fabriziert:
Ach, und zum guten Schluss - als ich abends nochmal fortgehen will, spaziert das letzte, kapitale Rentier ganz gemütlich durch Nachbar Jardars Garten, am Springbrunnen vorbei, über den englischen Rasen.....
Freitag, 30. Juni 2017
Viel Afrika
Wir haben heute herrliches Wetter. Strahlend blauer Himmel, weiße Federwölkchen,
Sonnenbadewetter.
Ich lass den Jungs wieder den Vortritt und richte morgens noch meine Angelsachen her (mit neuem Köder bestücken).
Wie immer kann und darf ich nichts tun. Die Fundamente sind fertig, jetzt soll der Grundrahmen aufgelegt werden. Weiterhin machen sie das sehr genau und loten jedes Auflager einzeln aus. Aufgrund von Kjetils gestrigen Bedenken bauen die Jungs heute Diagonalverstrebungen ein - jede Menge. Wirkt richtig stabil mittlerweile. Heute lohnt es sich zu filmen, denke ich mir. Mait hat das irgendwann bemerkt und stülpt wortlos den Speiskübel über die Kamera. Ich frage ihn, ob oder warum er das nicht mag, bekomme aber keine Antwort. Also setze ich die Kamera oben drauf und filme weiter. Daraufhin kommt lediglich die lapidare Ansage, dass sie die Arbeit einstellen würden, wenn ich weiter filme. Ok, mein Aku ist sowieso leer.
Um mich selbst aus dem Weg zu räumen klettere ich zum Strommasten hoch. Ich finde dort ein schönes Sitzplätzchen auf dem Fels. Von hier oben hab ich außerdem einen phantastischen Ausblick auf die Baustelle und über den Fjord. Die Sonne brennt - den ganzen Tag! Das Meer liegt spiegelglatt da, aber leider sind weder Wale noch U-Boote zu sehen.
Über Mittag fahren Mait und Tauno zum essen nach Hause, ich bleibe hier und "bewache" die Baustelle.
Am Nachmittag taucht Kjetil auf und baut an einer kleinen Hütte auf dem Nachbargrundstück. Ich geh rüber und leiste ihm etwas Gesellschaft. Kjetil wirkt sehr sarkastisch und frustriert. Er weiß zwar viel, macht sich aber über alles lustig. Und mich verunsichert er weiter, indem er über neue, strengere Bauvorschriften, die "stümperhafte" Arbeit meiner Estländer und den Aufwand zum Anschluss an das Stromnetz spricht. Vielleicht sollte ich einfach nicht mehr mit ihm reden? Wenn ich mir allerdings anschaue, wie schlampig er seine Hütte zusammenzimmert, bin ich mir bezüglich seiner Qualitäten nicht mehr so sicher...
Eine kleine Yacht zieht nah am Ufer vorbei und der Postbote wirft tatsächlich Post in meinen Briefkasten.
Ich bin reich! Steinreich! Die Steine glitzern heute so sehr in der Sonne, daß man meinen könnte, sie enthielten Gold. Trollgold?
Aus den weggesprengten Felsen laufen Wasseradern unter meinem Haus durch; eines der Fundamente steht direkt in solch einer Wasserader - ich hoffe, das macht nichts.
Björn und Anneliese aus Narvik tauchen auf, gerade als ich die Baustelle verlassen will. Meine Arbeiter haben schon vor einer Stunde Feierabend gemacht. Natürlich gehe ich auf einen Schwatz rüber. Anneliese spricht sehr gut englisch. Ich erfahre einiges aus ihrer Familie, Björn ist Zimmermann und auf den Lofoten aufgewachsen. Die Hütte hat er selbst gebaut. Das sind nette Leute. Und sie nehmen mir etwas von der Panik, die Kjetil verbreitet hat - man darf ihm höchstens ein Viertel glauben und ich solle nicht alles so ernst nehmen.
Eigentlich könnte ich jetzt entspannt nach Hause fahren, aber die Abendsonne ist sooo schön!
Ich lass den Jungs wieder den Vortritt und richte morgens noch meine Angelsachen her (mit neuem Köder bestücken).
Wie immer kann und darf ich nichts tun. Die Fundamente sind fertig, jetzt soll der Grundrahmen aufgelegt werden. Weiterhin machen sie das sehr genau und loten jedes Auflager einzeln aus. Aufgrund von Kjetils gestrigen Bedenken bauen die Jungs heute Diagonalverstrebungen ein - jede Menge. Wirkt richtig stabil mittlerweile. Heute lohnt es sich zu filmen, denke ich mir. Mait hat das irgendwann bemerkt und stülpt wortlos den Speiskübel über die Kamera. Ich frage ihn, ob oder warum er das nicht mag, bekomme aber keine Antwort. Also setze ich die Kamera oben drauf und filme weiter. Daraufhin kommt lediglich die lapidare Ansage, dass sie die Arbeit einstellen würden, wenn ich weiter filme. Ok, mein Aku ist sowieso leer.
Um mich selbst aus dem Weg zu räumen klettere ich zum Strommasten hoch. Ich finde dort ein schönes Sitzplätzchen auf dem Fels. Von hier oben hab ich außerdem einen phantastischen Ausblick auf die Baustelle und über den Fjord. Die Sonne brennt - den ganzen Tag! Das Meer liegt spiegelglatt da, aber leider sind weder Wale noch U-Boote zu sehen.
Über Mittag fahren Mait und Tauno zum essen nach Hause, ich bleibe hier und "bewache" die Baustelle.
Am Nachmittag taucht Kjetil auf und baut an einer kleinen Hütte auf dem Nachbargrundstück. Ich geh rüber und leiste ihm etwas Gesellschaft. Kjetil wirkt sehr sarkastisch und frustriert. Er weiß zwar viel, macht sich aber über alles lustig. Und mich verunsichert er weiter, indem er über neue, strengere Bauvorschriften, die "stümperhafte" Arbeit meiner Estländer und den Aufwand zum Anschluss an das Stromnetz spricht. Vielleicht sollte ich einfach nicht mehr mit ihm reden? Wenn ich mir allerdings anschaue, wie schlampig er seine Hütte zusammenzimmert, bin ich mir bezüglich seiner Qualitäten nicht mehr so sicher...
Eine kleine Yacht zieht nah am Ufer vorbei und der Postbote wirft tatsächlich Post in meinen Briefkasten.
Ich bin reich! Steinreich! Die Steine glitzern heute so sehr in der Sonne, daß man meinen könnte, sie enthielten Gold. Trollgold?
Aus den weggesprengten Felsen laufen Wasseradern unter meinem Haus durch; eines der Fundamente steht direkt in solch einer Wasserader - ich hoffe, das macht nichts.
Björn und Anneliese aus Narvik tauchen auf, gerade als ich die Baustelle verlassen will. Meine Arbeiter haben schon vor einer Stunde Feierabend gemacht. Natürlich gehe ich auf einen Schwatz rüber. Anneliese spricht sehr gut englisch. Ich erfahre einiges aus ihrer Familie, Björn ist Zimmermann und auf den Lofoten aufgewachsen. Die Hütte hat er selbst gebaut. Das sind nette Leute. Und sie nehmen mir etwas von der Panik, die Kjetil verbreitet hat - man darf ihm höchstens ein Viertel glauben und ich solle nicht alles so ernst nehmen.
Eigentlich könnte ich jetzt entspannt nach Hause fahren, aber die Abendsonne ist sooo schön!
Donnerstag, 29. Juni 2017
Fliegen ist schön?
Heut gibt's keine Bilder, weil man keinen Baufortschritt sehen kann. Und die Aussicht hat sich auch nicht verändert. Die Beleuchtung schwankt allerdings alle viertel Stunde.
Es ist nass draußen, als die Jungs kurz nach 8 aufbrechen. Sie bauen heute die letzen 4 Fundamente, dann muss alles trocknen. Ich komme etwas später nach und kann natürlich wieder nichts weiter tun, als im Weg rumstehen. Sehr bald wird der Regen stärker und schließlich schüttet es richtig. Ich verziehe mich in's warme und trockene Auto, die Jungs ziehen die Regenklamotten an und machen tapfer weiter. Am späten Vorrmittag ist Schicht im Schacht und die Beiden verziehen sich. Ich bleibe, sitze im Auto, warte...
Gegen Mittag wird das Wetter besser, da kann ich mich mal raustrauen. Ich mach mich nochmal mit verbessertem GPS und einer neuen Internetadresse (da findet man alle norwegischen Grenzverläufe mit Koordinaten!) auf die Suche nach den Grenzmarkierungen. Die erste Ecke (beim Telefonmast) ist ja weithin sichtbar und wohlbekannt. Die zweite Ecke, auch auf dem Berg muss ich ein wenig suchen. Ich war kürzlich schon mal hier oben, hab aber nichts gefunden. Viel weiter westlich als gedacht finde ich die Markierung dann tatsächlich, gut versteckt zwischen Moos und Blaubeersträuchern. Dann geht's wieder runter vom Berg; ich suche und finde Ecke 3 ebenfalls ein ganzes Stück weiter westlich als vermutet auf der anderen Seite des Grabens. Dann gehört der Graben ja noch mir?! Nummer 4 suche ich weiterhin vergebens...
Noch während ich suche, taucht Kjetil auf und holt seine gestern angepinselten Schilder ab. Ich verwickle ihn natürlich wieder in ein Gespräch: ja, diese Grenzmarkierung ist verschwunden, aber er weiß genau, wo sie war - ca. 1 m von meinem Briefkasten entfernt.
Kjetil ist ein passionierter Taucher, seine Tauchausrüstung hat er mir gestern schon gezeigt. Heute erzählt er mir, daß der praktisch schon den ganzen Fjord ertaucht hat. Von unserer Seite aus ist der Fjord ziemlich flach, bis etwa 30 m Tiefe. Erst ab der Fjordmitte (ca. 2 km von hier) gibt es einen ca. 130 m tiefen Graben, der auf der südlichen Fjordseite bis nahe ans Ufer reicht. Die Fische stehen immer an der Grabenkante, weswegen "die (doofen) Touristen hier vergeblich mit dem Boot rausfahren".
Dann fragt er mich, ob wir die Fundamente gut im Boden verankert haben? Nein, die Grundsteine sind auf den blanken Fels aufgesetzt. Oh je, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie stark und eisig die Stürme hier werden können. Der Wind sammelt sich unter dem Haus und bläst es einfach weg - droht er mir. Es gibt noch eine Alternative - ich kann die Terasse ringsum ganz dicht schließen, damit der Wind nicht reinkann. Ich glaube, ich muss mir eine gute Sturmversicherung zulegen. Hoffentlich lernen wir nicht fliegen!
Ragnar hat behauptet, es würde hier kaum unter 0 Grad? Kjetil schüttelt nur den Kopf. Die Stürme bringen Temperaturen bis -40 Grad mit sich; sie kommen entweder vom offen Atlantik oder aus dem kalten Russland. Mir wird schon ein wenig Angst vor meinem ersten Winterurlaub hier....
Jetzt ist es richtig warm geworden - es ist Sommer!!! Das Wetter lädt zum draußen sein ein. Schnaken? Ja, anscheinend gibt es die, aber die sind unsicht- und unhörbar. Ich stelle das nur anhand meiner zerbissenen Arme fest. Ich beschließe, die Baustelle etwas umzuräumen und mir auch etwas Platz zu gönnen. Ich suche mir einen brauchbaren Platz am Rand für meine Säge und baue mir aus übrigen Paletten ein kleines Podest dafür. Die Säge selbst ist ja noch im Anhänger. Um sie auszuladen, muss ich den Hänger abstützen und umräumen, bis ich an die Maschine rankomme. Leicht ist sie auch nicht, aber mit Hebelgesetz und Sackkarren bekomme ich sie tatsächlich nach oben und auf ihren Unterbau. Schwierig ist noch der Umzug des schweren Werkzeugwagens, aber die Sackkare (20 €) ist auch hier hilfreich. Und es stört oder beobachtet mich ja keiner.
Zu guter Letzt möchte ich auch mal den Angelplatz ausprobieren, Köder habe ich ja einige. Es sind schon Angler da, die auch immer wieder was fangen. Nur ich - ich werde wohl nie ein gscheiter Norweger - ich verliere wieder einen Köder nach dem anderen. Was mach ich nur falsch....? Nach 3 Verlusten gebe ich für heute auf. Auf dem Rückweg komme ich am Müllplatz vorbei und frage gleich nach den Öffnungszeiten, irgendwann muss ich ja den Bauschutt auch entsorgen.
Die Sonne scheint hell von Nord-Westen ins Wohnzimmer, als ich den Blog schreibe und den Tag beende. Ach - und es gibt doch Bilder:
Es ist nass draußen, als die Jungs kurz nach 8 aufbrechen. Sie bauen heute die letzen 4 Fundamente, dann muss alles trocknen. Ich komme etwas später nach und kann natürlich wieder nichts weiter tun, als im Weg rumstehen. Sehr bald wird der Regen stärker und schließlich schüttet es richtig. Ich verziehe mich in's warme und trockene Auto, die Jungs ziehen die Regenklamotten an und machen tapfer weiter. Am späten Vorrmittag ist Schicht im Schacht und die Beiden verziehen sich. Ich bleibe, sitze im Auto, warte...
Gegen Mittag wird das Wetter besser, da kann ich mich mal raustrauen. Ich mach mich nochmal mit verbessertem GPS und einer neuen Internetadresse (da findet man alle norwegischen Grenzverläufe mit Koordinaten!) auf die Suche nach den Grenzmarkierungen. Die erste Ecke (beim Telefonmast) ist ja weithin sichtbar und wohlbekannt. Die zweite Ecke, auch auf dem Berg muss ich ein wenig suchen. Ich war kürzlich schon mal hier oben, hab aber nichts gefunden. Viel weiter westlich als gedacht finde ich die Markierung dann tatsächlich, gut versteckt zwischen Moos und Blaubeersträuchern. Dann geht's wieder runter vom Berg; ich suche und finde Ecke 3 ebenfalls ein ganzes Stück weiter westlich als vermutet auf der anderen Seite des Grabens. Dann gehört der Graben ja noch mir?! Nummer 4 suche ich weiterhin vergebens...
Noch während ich suche, taucht Kjetil auf und holt seine gestern angepinselten Schilder ab. Ich verwickle ihn natürlich wieder in ein Gespräch: ja, diese Grenzmarkierung ist verschwunden, aber er weiß genau, wo sie war - ca. 1 m von meinem Briefkasten entfernt.
Kjetil ist ein passionierter Taucher, seine Tauchausrüstung hat er mir gestern schon gezeigt. Heute erzählt er mir, daß der praktisch schon den ganzen Fjord ertaucht hat. Von unserer Seite aus ist der Fjord ziemlich flach, bis etwa 30 m Tiefe. Erst ab der Fjordmitte (ca. 2 km von hier) gibt es einen ca. 130 m tiefen Graben, der auf der südlichen Fjordseite bis nahe ans Ufer reicht. Die Fische stehen immer an der Grabenkante, weswegen "die (doofen) Touristen hier vergeblich mit dem Boot rausfahren".
Dann fragt er mich, ob wir die Fundamente gut im Boden verankert haben? Nein, die Grundsteine sind auf den blanken Fels aufgesetzt. Oh je, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie stark und eisig die Stürme hier werden können. Der Wind sammelt sich unter dem Haus und bläst es einfach weg - droht er mir. Es gibt noch eine Alternative - ich kann die Terasse ringsum ganz dicht schließen, damit der Wind nicht reinkann. Ich glaube, ich muss mir eine gute Sturmversicherung zulegen. Hoffentlich lernen wir nicht fliegen!
Ragnar hat behauptet, es würde hier kaum unter 0 Grad? Kjetil schüttelt nur den Kopf. Die Stürme bringen Temperaturen bis -40 Grad mit sich; sie kommen entweder vom offen Atlantik oder aus dem kalten Russland. Mir wird schon ein wenig Angst vor meinem ersten Winterurlaub hier....
Jetzt ist es richtig warm geworden - es ist Sommer!!! Das Wetter lädt zum draußen sein ein. Schnaken? Ja, anscheinend gibt es die, aber die sind unsicht- und unhörbar. Ich stelle das nur anhand meiner zerbissenen Arme fest. Ich beschließe, die Baustelle etwas umzuräumen und mir auch etwas Platz zu gönnen. Ich suche mir einen brauchbaren Platz am Rand für meine Säge und baue mir aus übrigen Paletten ein kleines Podest dafür. Die Säge selbst ist ja noch im Anhänger. Um sie auszuladen, muss ich den Hänger abstützen und umräumen, bis ich an die Maschine rankomme. Leicht ist sie auch nicht, aber mit Hebelgesetz und Sackkarren bekomme ich sie tatsächlich nach oben und auf ihren Unterbau. Schwierig ist noch der Umzug des schweren Werkzeugwagens, aber die Sackkare (20 €) ist auch hier hilfreich. Und es stört oder beobachtet mich ja keiner.
Zu guter Letzt möchte ich auch mal den Angelplatz ausprobieren, Köder habe ich ja einige. Es sind schon Angler da, die auch immer wieder was fangen. Nur ich - ich werde wohl nie ein gscheiter Norweger - ich verliere wieder einen Köder nach dem anderen. Was mach ich nur falsch....? Nach 3 Verlusten gebe ich für heute auf. Auf dem Rückweg komme ich am Müllplatz vorbei und frage gleich nach den Öffnungszeiten, irgendwann muss ich ja den Bauschutt auch entsorgen.
Die Sonne scheint hell von Nord-Westen ins Wohnzimmer, als ich den Blog schreibe und den Tag beende. Ach - und es gibt doch Bilder:
Mittwoch, 28. Juni 2017
Aprilwetter
Die Jungs fahren heute früh raus, ich lasse mir Zeit. Ich kann ja eh nix helfen. Tauno bastelt fleißig weiter an seinen Fundamenten, er mauert jetzt kleine Sockel, auf die später der Grundrahmen oder weitere Holzpfähle kommen. Er ist weiterhin sehr genau. Alles dauert seine Zeit. Für jeden Sockel braucht er fast eine Stunde. Erst wird der Sockel ganz genau ausgemessen, dann auf den gestern gelegten Grundsteinen die Mitte angezeichnet. Um die Mitte bohrt Tauno Löcher für jeweils 3 Armiereisen, über die dann die nächsten 2 oder 3 Hohlblöcke gestülpt werden. Manche Blöcke muss er kürzen, damit die Höhe genau stimmt. Die Mitte wird dann mit Beton aufgefüllt. Wie ihr seht, passe ich ganz gut auf!
Mait kann sich ein wenig mit der Terasse beschäftigen, aber nicht allzu viel, denn der Grundrahmen hat noch nicht seine endgültige Position und wenn zu viel angebaut wird, wird er zu schwer, um ihn an die richtige Stelle zu setzen. Er hängt sozusagen an "Siemens-Lufthaken" - ha ha ha! Da die Terasse jetzt doch etwa auf 2,5 m Höhe liegt, müssen die Jungs oft schon mit kleinen Trittleitern arbeiten. Vereinfacht die Sache nicht unbedingt. Beim Einfügen der kleinen Auflagerbalken für den seitlichen Terassenteil kann ich ein ganz klein wenig helfen - immerhin reiche ich Mait 3 oder 4 Bälkchen. Wow!
Am Morgen ist es ziemlich frisch, des Öfteren nieselt oder regnet es - es ist kein angenehmes Wetter. Aber die Nässe hält nie länger als 10 min an, dann kommt wieder ein Wind auf oder die Wolken verschwinden und die Sonne lugt kurz hervor. Aber nur kurz, dann gibt es den nächsten Schauer.
Auf einem Felsen neben den Bootshäusern sichte ich einen Seeadler, der seine Beute verspeisen will. Da kommen 2 freche Möwen und wollen sie ihm abjagen. Ist schon ein schönes Tier, dieser Adler, als es ganz flach über dem Wasser den Möwen davoneilt.
Ach - übrigens: gestern, als ich unterwegs war, haben die Jungs Schweinswale im Fjord gesehen. Natürlich, wenn ich einmal nicht da bin! Also muss ich mich einfach weiter drauf freuen, bis ich selbst mal welche beobachten kann.
Mait stellt fest, daß wir viel zu wenig Balken haben. Da mein Auto für die langen Balken zu klein und auch der Hänger nicht lang genug ist, fahren wir mit Maits Mercedes-Bus. Tauno darf weiter arbeiten. Eigentlich wollten wir in Evenskjer (20 km) Material holen, aber die richtigen Balken werden uns dort nicht verkauft. Es liegen zwar welche in der benötigten Größe da, aber die scheinen schon vergeben zu sein. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als nach Harstad weiterzufahren. Der Tag ist damit ausgefüllt. Mait lädt 10 über 4 m lange Balken auf sein Autodach, Tauno bruacht noch (viel) mehr Beton (obwohl ich ihm ja gestern schon 8 Sack geholt habe) und Mait besorgt auch noch einige Balkenschuhe. Ab, zurück.
Die Verständigung mit Mait läuft übrigens mittels ziemlich holprigem englisch, mit Tauno kann ich mich praktisch nicht unterhalten. Auf der Fahrt frage ich Mait ein wenig aus und erfahre, wie das Zusammenarbeitsmodell mit Olav tatsächlich aussieht bzw. zustande gekommen ist. Olav ist ein pensionierter Chemie-Ingenieur, der sich die Freizeit mit dem Bau von Hütten vertreibt. So hat er wohl vor einigen Jahren in Estland Hütten bestellt und von den firmeneigenen Leuten aufbauen lassen. Anscheinend musste mehrfach nachgearbeitet werden. Im darauffolgenden Jahr hatte der Hersteller wohl keine Leute verfügbar und hat sich daher an Mait gewendet. Auf diese Weise hat Mait erstmals erfolgreich mit Olav zusammengearbeitet. Jetzt scheint Olav die Aufträge auszusuchen, Mait kauft dann die Hütten beim Hersteller und baut sie in Olavs Namen auf. Sehr interessantes Modell.
Auf dem Hinweg hat es ekelhaft geregnet, jetzt um die Mittagszeit wird es etwas trockener, ja die Sonne kommt sogar immer öfter heraus.
Kaum zurück, fahre ich gleich weiter: heute möchte ich noch zur Bank (Öffnungszeiten 12-15 Uhr), um die letzten Unterlagen zu unterschreiben. Einen Satz auf norwegisch kann ich bei Ragnhild wieder absetzen, dann wechseln wir zurück zu englisch. Im Supermarkt gegenüber kaufe ich noch ein paar Köder für die Angel. Mal sehen, wann die "aufgebraucht" sind.
Mittlerweile ist Kjetil endlich einmal eingetroffen. Er malt in einem seiner beiden Bootshäuser Verkaufsschilder. Kjetil ist Vorbesitzer meines Grundstücks und wollte eigentlich auf dem Nachbargrundstück bauen. Jetzt verkauft er aber alles. Auch die beiden luxuriösen Bootshäuser. Zusammen sollen die ca. 60.000 € kosten - ganz schön happig. Kjetil restauriert sich in Evenes seit einiger Zeit ein Boot "Arche Noah", mit dem möchte er, sobald er pensioniert ist, Norwegen verlassen und nach Griechenland schippern. Er hat die Nase voll von Norwegen. Zu lange zu kalt und dunkel, Griechenland sei ja so billig. Tja, so verrückt ist die Welt - die einen zieht es in den sonnigen Süden, die anderen in den einsamen Norden. Wir philosphieren noch ein bischen - Kjetil ist ein sehr vielseitiger Mensch!
Da es weiterhin nichts für mich zu tun gibt, setze ich mich mit meinem Campingstuhl auf Kjetils Sonnenterasse - die Sonne scheint ja herrlich. Aber es geht eine richtig frische Brise, so daß ich nicht lange aushalte und nach Hause aufbreche. Die Jungs arbeiten noch ein klein wenig weiter.
Heute habe ich mal meinen "richtigen" Foto ausgepackt, bisher habe ich nur Handy-Fotos aufgenommen. Und, was passiert? Der spinnt schon wieder - das gleiche Symptom wie letztes Jahr: die Aufnahmen werden nicht gespeichert. Ich hatte das Gerät letztes Jahr vor dem Urlaub gekauft und dann hat er nicht funktioniert - pfui. Im Anschluß habe ich ihn natürlich zur Garantie zurückgegeben - sie konnten nichts finden und er hat auch wieder funktioniert. Sehr ärgerlich! Scheint ein Foto zu sein, der im Urlaub auch Urlaub hat....
Wahrscheinlich können wir mörgen nicht weitermachen, denn die Fundamente müssen erst trocknen, bevor sie belastet werden dürfen. Zum Glück ist morgen schönes Wetter angesagt, ich vermute, daß die Jungs dann vielleicht Fahrrad fahren oder angeln gehen.
Am Morgen ist es ziemlich frisch, des Öfteren nieselt oder regnet es - es ist kein angenehmes Wetter. Aber die Nässe hält nie länger als 10 min an, dann kommt wieder ein Wind auf oder die Wolken verschwinden und die Sonne lugt kurz hervor. Aber nur kurz, dann gibt es den nächsten Schauer.
Auf einem Felsen neben den Bootshäusern sichte ich einen Seeadler, der seine Beute verspeisen will. Da kommen 2 freche Möwen und wollen sie ihm abjagen. Ist schon ein schönes Tier, dieser Adler, als es ganz flach über dem Wasser den Möwen davoneilt.
Ach - übrigens: gestern, als ich unterwegs war, haben die Jungs Schweinswale im Fjord gesehen. Natürlich, wenn ich einmal nicht da bin! Also muss ich mich einfach weiter drauf freuen, bis ich selbst mal welche beobachten kann.
Mait stellt fest, daß wir viel zu wenig Balken haben. Da mein Auto für die langen Balken zu klein und auch der Hänger nicht lang genug ist, fahren wir mit Maits Mercedes-Bus. Tauno darf weiter arbeiten. Eigentlich wollten wir in Evenskjer (20 km) Material holen, aber die richtigen Balken werden uns dort nicht verkauft. Es liegen zwar welche in der benötigten Größe da, aber die scheinen schon vergeben zu sein. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als nach Harstad weiterzufahren. Der Tag ist damit ausgefüllt. Mait lädt 10 über 4 m lange Balken auf sein Autodach, Tauno bruacht noch (viel) mehr Beton (obwohl ich ihm ja gestern schon 8 Sack geholt habe) und Mait besorgt auch noch einige Balkenschuhe. Ab, zurück.
Die Verständigung mit Mait läuft übrigens mittels ziemlich holprigem englisch, mit Tauno kann ich mich praktisch nicht unterhalten. Auf der Fahrt frage ich Mait ein wenig aus und erfahre, wie das Zusammenarbeitsmodell mit Olav tatsächlich aussieht bzw. zustande gekommen ist. Olav ist ein pensionierter Chemie-Ingenieur, der sich die Freizeit mit dem Bau von Hütten vertreibt. So hat er wohl vor einigen Jahren in Estland Hütten bestellt und von den firmeneigenen Leuten aufbauen lassen. Anscheinend musste mehrfach nachgearbeitet werden. Im darauffolgenden Jahr hatte der Hersteller wohl keine Leute verfügbar und hat sich daher an Mait gewendet. Auf diese Weise hat Mait erstmals erfolgreich mit Olav zusammengearbeitet. Jetzt scheint Olav die Aufträge auszusuchen, Mait kauft dann die Hütten beim Hersteller und baut sie in Olavs Namen auf. Sehr interessantes Modell.
Auf dem Hinweg hat es ekelhaft geregnet, jetzt um die Mittagszeit wird es etwas trockener, ja die Sonne kommt sogar immer öfter heraus.
Kaum zurück, fahre ich gleich weiter: heute möchte ich noch zur Bank (Öffnungszeiten 12-15 Uhr), um die letzten Unterlagen zu unterschreiben. Einen Satz auf norwegisch kann ich bei Ragnhild wieder absetzen, dann wechseln wir zurück zu englisch. Im Supermarkt gegenüber kaufe ich noch ein paar Köder für die Angel. Mal sehen, wann die "aufgebraucht" sind.
Mittlerweile ist Kjetil endlich einmal eingetroffen. Er malt in einem seiner beiden Bootshäuser Verkaufsschilder. Kjetil ist Vorbesitzer meines Grundstücks und wollte eigentlich auf dem Nachbargrundstück bauen. Jetzt verkauft er aber alles. Auch die beiden luxuriösen Bootshäuser. Zusammen sollen die ca. 60.000 € kosten - ganz schön happig. Kjetil restauriert sich in Evenes seit einiger Zeit ein Boot "Arche Noah", mit dem möchte er, sobald er pensioniert ist, Norwegen verlassen und nach Griechenland schippern. Er hat die Nase voll von Norwegen. Zu lange zu kalt und dunkel, Griechenland sei ja so billig. Tja, so verrückt ist die Welt - die einen zieht es in den sonnigen Süden, die anderen in den einsamen Norden. Wir philosphieren noch ein bischen - Kjetil ist ein sehr vielseitiger Mensch!
Da es weiterhin nichts für mich zu tun gibt, setze ich mich mit meinem Campingstuhl auf Kjetils Sonnenterasse - die Sonne scheint ja herrlich. Aber es geht eine richtig frische Brise, so daß ich nicht lange aushalte und nach Hause aufbreche. Die Jungs arbeiten noch ein klein wenig weiter.
Heute habe ich mal meinen "richtigen" Foto ausgepackt, bisher habe ich nur Handy-Fotos aufgenommen. Und, was passiert? Der spinnt schon wieder - das gleiche Symptom wie letztes Jahr: die Aufnahmen werden nicht gespeichert. Ich hatte das Gerät letztes Jahr vor dem Urlaub gekauft und dann hat er nicht funktioniert - pfui. Im Anschluß habe ich ihn natürlich zur Garantie zurückgegeben - sie konnten nichts finden und er hat auch wieder funktioniert. Sehr ärgerlich! Scheint ein Foto zu sein, der im Urlaub auch Urlaub hat....
Wahrscheinlich können wir mörgen nicht weitermachen, denn die Fundamente müssen erst trocknen, bevor sie belastet werden dürfen. Zum Glück ist morgen schönes Wetter angesagt, ich vermute, daß die Jungs dann vielleicht Fahrrad fahren oder angeln gehen.
Dienstag, 27. Juni 2017
(Baumarkt-)Shoppen
Heute will ich nach Harstad (>50 km) fahren und einkaufen. Werkzeug und Material, obwohl wir eigentlich noch gar nichts brauchen. Ich habe im Internet nach den günstigsten Preisen geschaut...nachdem der Elektriker gar so teuer ist, habe ich beschlossen bis auf Weiteres erst mal ein Stromaggregat zu kaufen. Das gibt's schon für gut 230 €. Und wo isch schon dabei bin...da gitb's noch einen Besen, Grundierung für die Farbe mit Pinseln und weiterem Schnick-schnack, einen Speiskübel (den kann man immer brauchen), Wasserkanister und natürlich einen "richtigen" Briefkasten. Ich shoppe gerne - aber nur in Baumärkten! Das schönste dabei ist, daß ich zumindest in 2 Märkten, auf Rechnung an Olav kaufen kann. Natürlich muss ich das später bezahlen, aber Olav bekommt Prozente.
Eigentlich wollte ich in Harstad auch - ganz stolz mit meiner neuen Bank-ID - einen Telefonvertrag abschließen. Diesmal bedient mich ein anderer Angestelter, und der stolpert natürlich über meine ausländische Personalnummer, die das System nicht annimmt. Er schafft es nicht (wie sein Kollege letzte Woche versprochen hat), stattdessen mit der Bank-ID einen Vertrag abzuschließen. Sei's drum. Ich krieg das auch anders hin.
Shoppen macht müde. Die Füße tun weh. Ein Glück, dass die Rückfahrt ein Weilchen dauert - schön brav nach Vorschrift fahren! 90-50-60-80.
Die paar gekauften Lebensmittel liefere ich zu Hause ab, ziehe mich um und dann auf zur Baustelle!
Mittlerweile steht der Rahmen für die Terasse schon, d.h. jetzt wird das ganze Ausmaß klar. für mich passt das eigentlich ganz gut so. Die Hütte musste aufgrund des Felsverlaufs nun doch etwas gedreht werden. Olav hat's zum Glück noch nicht gesehen - er fürchtet, daß wir deswegen eine neue Genehmigungsschleife drehen müssen. Aber die Natur hat uns gezwungen! Die Argumente sind steinhart! Außerdem könnten wir Probleme mit der Höhe bekommen - die Terasse ist ca. 2 m hoch und da oben steht dann die Hütte. Eigentlich dürfen 6 m ab Boden nicht überschritten werden, da klappt aber so nicht. Olav will am 1.Juli wieder hier sein - bin gespannt, ob er dann die Hände über'm Kopf zusammenschlägt. Mait grinst "Plan ist Plan, hier ist die Realität".
Eine ganze Menge neuer Fundamente hat Tauno mittlerweile erstellt. Er macht das sehr sorgfältig!
Nicht nur, dass der alles sehr sauber macht, er prüft auch x mal, ob die Maße stimmen und ob alles im Lot ist.
Helfen kann ich natürlich nicht. Aber ich kann meinen neu erstandenen Briefkasten montieren! Damit ich wenigstens was zu tun habe. Ach ja, Wasser und Beton holen fahren darf ich auch.
Um 17 Uhr ist Feierabend - erstens hat es den ganzen Tag genieselt und geregnet und es ist auch ziemlich kühl; zweitens kann man vorerst nichts weiter machen, bis die Fundamente getrocknet sind.
Die Jungs sind wirklich gut und zweckmäßig ausgerüstet, auch wenn es gar nicht so aussieht. Sie haben z.B. eine kleine elektrische Kettensäge, an der Kappsäge ist ein kleiner Sonnenschirm gegen den Regen angeklemmt, sie haben einen Campingkocher dabei, um sich ein Mittagessen zuzubereiten und natürlich darf der batteriebetriebene Ghettoblaster nicht fehlen!
Ich trau mich mal wieder, fischen zu gehen. Ich suche die Stelle, an der die Jungs von den Fischen nur so überfallen worden sind. Aber was schafft Susi? Wie immer - schon beim ersten Versuch "Steinbeißer" und Köder verloren. Das war eine schnelle Angelei - ich hab nämlich keine weiteren Köder. Liegen alle zu Hause. Vergessen. Wie so vieles andere auch, was ich unbedingt mitbringen wollte. Platz wäre sogar noch vorhanden gewsen. Aber diesmal war ich echt schlecht organisiert, das hat sogar meine Tochter Katharina bestätigt!
Trotzdem gehe ich nicht ganz leer aus. Die Jungs haben so viel Fisch zum Abendessen gebraten, daß ich hlefen soll, den aufzuessen. Eigentlich schmeckt Fisch ja ganz ok - dieser hier ist dazu noch frisch und lecker zubereitet - aber an die Gräten kann ich mich schon mein ganzes Leben lang nicht gewöhnen.
Am Abend telefoniere ich noch mit Peter, einem Bekannten aus Düsseldorf, der auf Rolla ein Haus gekauft hat und schon mehere Jahre seine Urlaube dort verbringt. Er war kürzlich sogar hier - hat am Flughafen Besuch abgeholt - und hat nach meiner Hütte Ausschau gehalten; leider hat er 3 km zu früh mit der Suche aufgegeben. Wir verabreden uns aber noch!
Das war's für heute - ach ja: trotz aller Unkenrufe und der vielen steinigen Bilder...es wird ein Holzhaus werden!
Eigentlich wollte ich in Harstad auch - ganz stolz mit meiner neuen Bank-ID - einen Telefonvertrag abschließen. Diesmal bedient mich ein anderer Angestelter, und der stolpert natürlich über meine ausländische Personalnummer, die das System nicht annimmt. Er schafft es nicht (wie sein Kollege letzte Woche versprochen hat), stattdessen mit der Bank-ID einen Vertrag abzuschließen. Sei's drum. Ich krieg das auch anders hin.
Shoppen macht müde. Die Füße tun weh. Ein Glück, dass die Rückfahrt ein Weilchen dauert - schön brav nach Vorschrift fahren! 90-50-60-80.
Die paar gekauften Lebensmittel liefere ich zu Hause ab, ziehe mich um und dann auf zur Baustelle!
Mittlerweile steht der Rahmen für die Terasse schon, d.h. jetzt wird das ganze Ausmaß klar. für mich passt das eigentlich ganz gut so. Die Hütte musste aufgrund des Felsverlaufs nun doch etwas gedreht werden. Olav hat's zum Glück noch nicht gesehen - er fürchtet, daß wir deswegen eine neue Genehmigungsschleife drehen müssen. Aber die Natur hat uns gezwungen! Die Argumente sind steinhart! Außerdem könnten wir Probleme mit der Höhe bekommen - die Terasse ist ca. 2 m hoch und da oben steht dann die Hütte. Eigentlich dürfen 6 m ab Boden nicht überschritten werden, da klappt aber so nicht. Olav will am 1.Juli wieder hier sein - bin gespannt, ob er dann die Hände über'm Kopf zusammenschlägt. Mait grinst "Plan ist Plan, hier ist die Realität".
Eine ganze Menge neuer Fundamente hat Tauno mittlerweile erstellt. Er macht das sehr sorgfältig!
Nicht nur, dass der alles sehr sauber macht, er prüft auch x mal, ob die Maße stimmen und ob alles im Lot ist.
Helfen kann ich natürlich nicht. Aber ich kann meinen neu erstandenen Briefkasten montieren! Damit ich wenigstens was zu tun habe. Ach ja, Wasser und Beton holen fahren darf ich auch.
Um 17 Uhr ist Feierabend - erstens hat es den ganzen Tag genieselt und geregnet und es ist auch ziemlich kühl; zweitens kann man vorerst nichts weiter machen, bis die Fundamente getrocknet sind.
Die Jungs sind wirklich gut und zweckmäßig ausgerüstet, auch wenn es gar nicht so aussieht. Sie haben z.B. eine kleine elektrische Kettensäge, an der Kappsäge ist ein kleiner Sonnenschirm gegen den Regen angeklemmt, sie haben einen Campingkocher dabei, um sich ein Mittagessen zuzubereiten und natürlich darf der batteriebetriebene Ghettoblaster nicht fehlen!
Ich trau mich mal wieder, fischen zu gehen. Ich suche die Stelle, an der die Jungs von den Fischen nur so überfallen worden sind. Aber was schafft Susi? Wie immer - schon beim ersten Versuch "Steinbeißer" und Köder verloren. Das war eine schnelle Angelei - ich hab nämlich keine weiteren Köder. Liegen alle zu Hause. Vergessen. Wie so vieles andere auch, was ich unbedingt mitbringen wollte. Platz wäre sogar noch vorhanden gewsen. Aber diesmal war ich echt schlecht organisiert, das hat sogar meine Tochter Katharina bestätigt!
Trotzdem gehe ich nicht ganz leer aus. Die Jungs haben so viel Fisch zum Abendessen gebraten, daß ich hlefen soll, den aufzuessen. Eigentlich schmeckt Fisch ja ganz ok - dieser hier ist dazu noch frisch und lecker zubereitet - aber an die Gräten kann ich mich schon mein ganzes Leben lang nicht gewöhnen.
Am Abend telefoniere ich noch mit Peter, einem Bekannten aus Düsseldorf, der auf Rolla ein Haus gekauft hat und schon mehere Jahre seine Urlaube dort verbringt. Er war kürzlich sogar hier - hat am Flughafen Besuch abgeholt - und hat nach meiner Hütte Ausschau gehalten; leider hat er 3 km zu früh mit der Suche aufgegeben. Wir verabreden uns aber noch!
Das war's für heute - ach ja: trotz aller Unkenrufe und der vielen steinigen Bilder...es wird ein Holzhaus werden!
Montag, 26. Juni 2017
Oh je, oh je...
...was hab ich da nur angefangen...
Wir fahren früh raus, weil Frank (oder ein Mitarbeiter) irgendwann kommen soll und den wollen wir doch nicht verpassen. Er hat die geeigneten Maschinen für die erforderlichen Erdarbeiten. Wir müssen nach Westen noch ca. 1,5 m Erde abtragen und eine kleine Felsnase weghämmern. Als wir ankommen, steht die Raupe schon etwas weiter am Wegrand. Gegen 9 Uhr kommt auch der zugehörige Fahrer. Es wird ein wenig beratschlagt und Farbmarkierungen angebracht. Dann legt der junge Mann los. Der sieht übrigens genauso aus, wie man sich einen norwegischen Wikinger vortsellt - strubbelige rote Haare und ein Ziegenbärtchen. Die Erde ist recht schnell beiseite geräumt. Beim Hämmern will er aber gar nicht mehr aufhören. Und Mait bremst ihn auch nicht. Ich glaube, die wollen den halben Berg abtragen!
Um die Mittagszeit fahre ich al kurz nach Bogen, um nach der Post zu schauen. Auch bei der Bank gehe ich vorbei. Ich muss einfach noch ein wenig Geduld haben. Tatsächlich kommt am Nachmittag auch der Postbote vorbei - natürlich bemängelt er meinen provisorischen Briefkasten! Mal schauen, wann ich was besseres anbieten kann. Aber - meine Bankunterlagen sind wenigstens da.
An norwegische Preise muss ich mich wirklich erst noch gewöhnen, das ist nichts für Schwaben! Aber mit langem Suchen kann man doch ein paar No-name-Produkte finden, die nur ca. 1/3 kosten! Zumindest bei den Reinigungsmitteln war ich da erfolgreich.
Der Hammer ist noch voll in Aktion, Mait möchte gerne 2 Stufen in den Fels geklopft haben. Er hämmert und hämmert...bis kurz nach 14 Uhr ununterbrochen.
Nun versuchen die Jungs, den Grundrahmen auszulegen. Bis alles im Winkel und im Lot ist dauert es eine ganze Weile. Ganz schön kompliziert bei diesen steilen Felsen. Und dann stellen wir fest, dass die Terasse auf mindestens 2 m Höhe kommt! Das könnte ein Problem bezüglich der Genehmigung geben. Außerdem mussten wir die Ausrichtung etwas drehen, der Fels ist halt leider so gewachsen. Hoffentlich wird das nicht auch noch ein Problem? Und die Terasse ragt sehr weit vor - wir müssen das gelagerte Material umsetzen. Dazu braucht's einen Bulldog, meint Mait. Mit Jardars Hilfe landen wir dann doch wieder bei Frank - die Raupe steht ja noch da (100 m weiter) und der Fahrer kommt später tatsächlich nochmal vorbei.
Viggo hat mittlerweile einen alten Wohnwagen vorbeigebracht und am Straßenrand abgestellt. Am späten Nachmittag rangieren wir den noch auf den Bauplatz, damit wir einen trockenen Platz für Material oder auch uns haben, wenn es wieder regnet (Mittwoch?). Beim Abhängen hole ich mir meinen ersten blauen Daumen - der rutscht zwischen die Anhängekupplung und den Unterstellbock.
Irgendwann im Lauf des Tages war auch der "rørlegger", also der Klempner da. Kjetil hat ihn angesprochen, er möchte doch mal vorbeischauen. Stundenlohn liegt bei c. 75 € - das ist hier mehr oder weniger normal. Auch für den Elektriker. Über den Daumen nennt er mir einen Gesamtpreis von gut 5.000 €. Helfen darf ich nicht dabei, um den Preis zu reduzieren. Das hat was mit den Versicherungsrichtlinien hier zu tun.
Auch für den Brunnen habe ich mittlerweile 2 Angebote vorliegen - zwischen acht- und fünfzehntausend €. Und der Elketriker will nur für einen Sicherungskasten und eine einzige Steckdose knapp 3.000 €!
Und am Abend erklärt Mait, dass dieser Bau länger als geplant dauern wird wegen der schwierigen Untergrundsituation, sie werden mindesten 1 Monat brauchen. Die Kosten für Franks Erdarbeiten kenne ich ja noch überhaupt nicht. Ich sehe die Kronen kontinuierlich in den Fjord rollen......
Ich glaub, ich hör wieder auf. Oder lebe einfach nur in einem "festen" Zelt, ohne Wasser, ohne Strom.
Tauno beschäftigt sich in der Zwischenzeit mit den Fundamenten. Auf dem obersten Absatz bastelt er mit Zement und Felsbrocken 4 Punktfundamente für den nördlichen Rahmenbalken. Wasser dafür hole ich fleißig in Kanistern vom Wohnmobilplatz in 4 km Entfernung. Tauno putzt den Untergrund für die Fundamente wirklich blitzeblank: erst kehren, dann den Staub mit einem großen Föhn wegblasden (!) und dann abspülen. Erst dann wird eingespeist. Und jedes verwendete Steinchen wird ebenfalls abgeföhnt. Bis jetzt habe ich noch nichts von dem ominösen Stromaggregat gesehen, das die Jungs angeblich dabei haben sollen. Die arbeiten nur mit Akku-Werkzeug und müssen dann halt die Akkus immer wieder aufladen.
Feierabend ist gegen 19 Uhr.
Wir fahren früh raus, weil Frank (oder ein Mitarbeiter) irgendwann kommen soll und den wollen wir doch nicht verpassen. Er hat die geeigneten Maschinen für die erforderlichen Erdarbeiten. Wir müssen nach Westen noch ca. 1,5 m Erde abtragen und eine kleine Felsnase weghämmern. Als wir ankommen, steht die Raupe schon etwas weiter am Wegrand. Gegen 9 Uhr kommt auch der zugehörige Fahrer. Es wird ein wenig beratschlagt und Farbmarkierungen angebracht. Dann legt der junge Mann los. Der sieht übrigens genauso aus, wie man sich einen norwegischen Wikinger vortsellt - strubbelige rote Haare und ein Ziegenbärtchen. Die Erde ist recht schnell beiseite geräumt. Beim Hämmern will er aber gar nicht mehr aufhören. Und Mait bremst ihn auch nicht. Ich glaube, die wollen den halben Berg abtragen!
Um die Mittagszeit fahre ich al kurz nach Bogen, um nach der Post zu schauen. Auch bei der Bank gehe ich vorbei. Ich muss einfach noch ein wenig Geduld haben. Tatsächlich kommt am Nachmittag auch der Postbote vorbei - natürlich bemängelt er meinen provisorischen Briefkasten! Mal schauen, wann ich was besseres anbieten kann. Aber - meine Bankunterlagen sind wenigstens da.
An norwegische Preise muss ich mich wirklich erst noch gewöhnen, das ist nichts für Schwaben! Aber mit langem Suchen kann man doch ein paar No-name-Produkte finden, die nur ca. 1/3 kosten! Zumindest bei den Reinigungsmitteln war ich da erfolgreich.
Der Hammer ist noch voll in Aktion, Mait möchte gerne 2 Stufen in den Fels geklopft haben. Er hämmert und hämmert...bis kurz nach 14 Uhr ununterbrochen.
Nun versuchen die Jungs, den Grundrahmen auszulegen. Bis alles im Winkel und im Lot ist dauert es eine ganze Weile. Ganz schön kompliziert bei diesen steilen Felsen. Und dann stellen wir fest, dass die Terasse auf mindestens 2 m Höhe kommt! Das könnte ein Problem bezüglich der Genehmigung geben. Außerdem mussten wir die Ausrichtung etwas drehen, der Fels ist halt leider so gewachsen. Hoffentlich wird das nicht auch noch ein Problem? Und die Terasse ragt sehr weit vor - wir müssen das gelagerte Material umsetzen. Dazu braucht's einen Bulldog, meint Mait. Mit Jardars Hilfe landen wir dann doch wieder bei Frank - die Raupe steht ja noch da (100 m weiter) und der Fahrer kommt später tatsächlich nochmal vorbei.
Viggo hat mittlerweile einen alten Wohnwagen vorbeigebracht und am Straßenrand abgestellt. Am späten Nachmittag rangieren wir den noch auf den Bauplatz, damit wir einen trockenen Platz für Material oder auch uns haben, wenn es wieder regnet (Mittwoch?). Beim Abhängen hole ich mir meinen ersten blauen Daumen - der rutscht zwischen die Anhängekupplung und den Unterstellbock.
Irgendwann im Lauf des Tages war auch der "rørlegger", also der Klempner da. Kjetil hat ihn angesprochen, er möchte doch mal vorbeischauen. Stundenlohn liegt bei c. 75 € - das ist hier mehr oder weniger normal. Auch für den Elektriker. Über den Daumen nennt er mir einen Gesamtpreis von gut 5.000 €. Helfen darf ich nicht dabei, um den Preis zu reduzieren. Das hat was mit den Versicherungsrichtlinien hier zu tun.
Auch für den Brunnen habe ich mittlerweile 2 Angebote vorliegen - zwischen acht- und fünfzehntausend €. Und der Elketriker will nur für einen Sicherungskasten und eine einzige Steckdose knapp 3.000 €!
Und am Abend erklärt Mait, dass dieser Bau länger als geplant dauern wird wegen der schwierigen Untergrundsituation, sie werden mindesten 1 Monat brauchen. Die Kosten für Franks Erdarbeiten kenne ich ja noch überhaupt nicht. Ich sehe die Kronen kontinuierlich in den Fjord rollen......
Ich glaub, ich hör wieder auf. Oder lebe einfach nur in einem "festen" Zelt, ohne Wasser, ohne Strom.
Tauno beschäftigt sich in der Zwischenzeit mit den Fundamenten. Auf dem obersten Absatz bastelt er mit Zement und Felsbrocken 4 Punktfundamente für den nördlichen Rahmenbalken. Wasser dafür hole ich fleißig in Kanistern vom Wohnmobilplatz in 4 km Entfernung. Tauno putzt den Untergrund für die Fundamente wirklich blitzeblank: erst kehren, dann den Staub mit einem großen Föhn wegblasden (!) und dann abspülen. Erst dann wird eingespeist. Und jedes verwendete Steinchen wird ebenfalls abgeföhnt. Bis jetzt habe ich noch nichts von dem ominösen Stromaggregat gesehen, das die Jungs angeblich dabei haben sollen. Die arbeiten nur mit Akku-Werkzeug und müssen dann halt die Akkus immer wieder aufladen.
Feierabend ist gegen 19 Uhr.
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